Renter-Ehepaar Rogl seit Wochen ohne Festnetz-Telefon

Herbert Rogls Telefon ist tot. Rechnungen bekommt er aber weiterhin. ▪

ALTENA ▪ Seit Wochen muss das Ehepaar Rogl ohne Festnetzanschluss auskommen. Immer wieder hat der Rentner versucht, bei der Telekom, über die er seit Jahrzehnten telefoniert, einen zuständigen Mitarbeiter zu kontaktieren. Dabei hatte der Rentner vom Steinwinkel aber nur geringen Erfolg. Von Thomas Keim

Wann der Ärger seinen Lauf nahm, dass kann Herbert Rogl heute nicht mehr genau sagen. „Irgendwann Mitte September“ sei das gewesen. „Da war das Telefon plötzlich weg“. Nach acht oder zehn Tagen sei dann ein Tiefbauer erschienen, der ein Loch hinter dem Haus gegraben hat. Ihm folgte ein Techniker der Telekom. Von dessen Tätigkeit zeugt ein weißes Kabel, das von einem Verteiler am unteren Steinwinkel über wohl 40 Meter bis zur kleinen Baugrube hinter dem Haus. führt. Nach diesem Eingriff, erinnert sich Herbert Rogl, habe sein Telefon auch zunächst wieder funktioniert. Die Grube jedoch blieb offen. Etwa 14 Tage hätten er und seine Frau Anneliese dann wieder telefonieren können, „dann war wieder Schluss.“ Derzeit sind nach Rogls Information neben ihm seiner Frau drei weitere Mietparteien von der Unterbrechnung betroffen.

Sowohl er selbst als auch ihre Nachbarn hätten mehrfach versucht, die Telekom über den neuen Stöfall zu informieren. Eine Nachbarin habe auch einmal Erfolg gehabt, woraufhin auch ein Mitarbeiter der Telekom an deren Haus erschinen sei. „Der hat gesagt, dass er nicht zuständig ist“, berichtet Rogl. Allerdings habe er zugesichert, die Angelegenheit weiter zu geben. Passiert sei aber offenbar nichts. „Und das Loch hinterm Haus ist seit zwei Monaten offen.“ Was den Rentner besonders ärgert ist, dass er immer wieder in der automatischen Warteschlange landet und von einer Computerstimme vertröstet wird. „Man kommt an den Verein ja nicht mehr dran!“, schimpft Rogl. Er ist froh, dass er wenigstens ein Handy hat.

Man habe ihm bei der Telekom gesagt, dass er seine Oktober-Rechnung nicht bezahlen müsse. Das Papier flatterte aber trotzdem ins Haus. Rogl ließ den Betrag nach dem Hinweis eines Bekannten zurückbelasten.

Am Freitag hat er zum vorläufig letzten Mal vergelblich versucht, den Telekommunikations-Riesen zu erreichen. „Ich kann ja verstehen, wenn sich so eine Reparatur um drei oder vier Tage verzögert. Aber soll lange? Das kann doch wohl nicht wahr sein.“

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