Besuchsdienst der evangelischen Kirche hält Kontakt zu den Menschen

"Man bekommt so viel zurück"

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Claudia Sauer, Christine Haferberger, Irma Pitz, Marie-Luise Petig und Iris Jagemann (v.l.) gehören dem Besuchskreis an. Im Gepäck haben die Besucher auch immer ein kleines Geschenk. Zusätzliche Kräfte sind willkommen

Altena - Es ist schon zu vielen schönen Begegnungen gekommen beim Besuchsdienst der evangelischen Kirchengemeinde Altena. „Manche sind ganz überrascht und setzen schnell eine Tasse Kaffee auf. Andere sind richtig gerührt, weil sonst niemand an die Geburtstagskinder gedacht hat”, schildern Irma Pitz, Christine Haferberger, Marie-Luise Petig, Iris Jagemann und Gemeindeschwester Claudia Sauer.

Alle fünf bis sechs Wochen koordinieren die insgesamt zehn Mitglieder im Besuchskreis, wer in der Gemeinde einen Geburtstagsbesuch bekommt. Ab 75 alle fünf Jahre. Das ist die Regel, die einst noch Pfarrer Gerald Becker mit den Pionieren der Gruppe aufstellte. „Und ab 90 kommen wir jedes Jahr. Das macht dann aber meistens die Pfarrerin oder der Pfarrer”, erklären die Frauen. Jürgen Ruck zum Beispiel schaut immer im Ellen-Scheuner-Haus vorbei, wenn dort ein 75., 80., 85. oder ein 90-Aufwärts-Geburtstag ansteht.

Seit vielen Jahren

Er ist schon seit vielen Jahren mit der seelsorgerischen Versorgung der Heimbewohner betraut und längst ein alter Bekannter, den die Bewohner kennen und schätzen. Klopft eine Frau vom Besuchsdienst aber in einem Privathaushalt an, dann erntet sie zumeist überraschte Blicke. „Manchmal platzen wir mitten in eine gedeckte Kaffeetafel hinein und werden dazu gebeten. An anderer Stelle haben uns die Kinder hereingebeten, weil die Jubilarin noch nicht fertig angezogen war und noch im Schlafzimmer verweilte.

Begegnungen

Und dann gibt es auch noch Begegnungen mit recht einsamen Menschen, die sich sehr über ein Gespräch an ihrem Ehrentag freuen.” Recht selten kommt es vor, dass die Tür ganz verschlossen bleibt. „Es gab auch schon mal die Situation, dass nur eine Hand herausgereicht wurde”, erinnert sich Marie-Luise Petig. Besteht kein Gesprächsbedarf, wird das vom Besuchsdienst natürlich akzeptiert. Manchem Kirchenmitglied, das durch Krankheit oder Altersgebrechlichkeit den Kontakt zur Gemeinde verloren hat, werden im Gespräch die vorhandenen Angebote dargelegt. „Wir berichten dann vom Kirchenbus, dessen Fahrer die Leute auch bis zur Wohnungstür zurückbringen.

Gesellschaftliche Angebote

Oder von gesellschaftlichen Angeboten und auch diakonischen Hilfen”, erklärt Claudia Sauer. Meistens gibt es pro Mitglied des Besuchsdienstes drei bis vier Einsätze im Monat. Verteilt sind sie aufs ganze Stadtgebiet – überall, wo Mitglieder der evangelischen Kirchengemeinde Altena wohnen. Im Gepäck haben die Besucher immer ein kleines Geschenk: Eine Kerze, ein Büchlein oder eine Tasse. Und in der Tasche ist auch immer ein Gebetsbuch, falls eine gemeinsame Zwiesprache mit Gott erwünscht ist.

Kein Stress

Als stressig empfindet den Dienst niemand im Kreis. „Man bekommt doch immer ganz viel zurück von den Leuten, wenn sie aus ihrem Leben erzählen. Da wird ganz viel gelacht und viele freuen sich schon darauf, noch einmal Besuch zu ihrem Geburtstag zu bekommen”, schildert das Team. Verstärkung ist immer erwünscht: Wer den Kreis unterstützen möchte, kann Claudia Sauer kontaktieren und an den Koordinationstreffen teilnehmen. „Wir regeln alles flexibel”, versprechen die Ehrenamtler.

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