Das ist Männersache

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Ernst-Wilhelm Külow (stehend) freut sich über den Eifer, mit dem Helmut Kowalke, Thomas Bonacker und Werner Meya (von links) bei der Sache sind. ▪

ALTENA ▪ „Eigentlich bin ich ein Büromensch“, sagt Ernst-Wilhelm Külow. Trotzdem steht er jetzt, als Rentner, zwei mal in der Woche in der Werkstatt – und zwar in der des Ellen-Scheuner-Hauses.

Als Ehrenamtlicher unterstützt Külow den sozialen Dienst der Altenpflegeeinrichtung. „Biografische Arbeit spielt bei uns eine große Rolle“, erklärt Edelgard Kaiser. Die Bewohner (das Haus hat 100 Plätze) können Aufgaben übernehmen, an die sie gewohnt sind – Frauen zum Beispiel solche im hauswirtschaftlichen Bereich.

Weil zunehmend auch Männer in das Ellen-Scheuner-Haus ziehen, wurde für sie vor vier Jahren im Wohnbereich fünf eine kleine Werkstatt eingerichtet. Zunächst kümmerte sich Martin Rolfes, festangestellter Mitarbeiter des Hauses, um deren Betreuung. Nachdem der ausschied, wurde ein Nachfolger gesucht und mit Ernst-Wilhelm Külow auch gefunden, Er hat gleich in mehrfacher Hinsicht einen guten Draht zum Ellen-Scheuner-Haus: Seine Eltern wurden dort betreut, seine Frau arbeitet in der Einrichtung.

„Ich habe schon immer ein Faible für Holz gehabt“, schildert Külow seine Beweggründe zur Annahme des Ehrenamtes. Ihm liegt aber nicht nur die Bastelei, er freut sich auch darüber, wie dankbar das Angebot von den Bewohnern angenommen wird – „wenn ich komme, stehen die ersten meistens schon vor der Tür“.

Zu denen gehört auch der 77-jährige Werner Meya. „Ich habe vorher noch nie mit Holz gearbeitet“, erzählt er. Jetzt sägt er mit Begeisterung Osterhasen aus, schmirgelt die Vögel für das Mobile, das im Essraum aufgehängt werden soll und bohrt die notwendigen Löcher – alles mit Handwerkzeugen, Maschinen gibt es nicht. „Es geht ja auch darum, die Motorik zu fördern“, erklärt Edelgard Kaiser.

Nicht alle Arbeiten lassen sich im Ellen-Scheuner-Haus erledigen – lackiert zum Beispiel wird in Külows privatem Bastelkeller, um die Wohnebene fünf von den Ausdünstungen des Lacks zu schützen.

Thomas Bonacker ist ebenfalls mit Feuereifer bei der Sache. Er freut sich nicht nur über die schönen Ergebnisse seiner Arbeit, sondern auch über die entspannte Atmosphäre, die in der Werkstatt herrscht: „Wir konnten keinen Besseren finden“, lobt er die gute Zusammenarbeit mit Ernst-Wilhelm Külow. ▪ ben

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