ACE: Gefahrenstelle am Altenaer Bahnhof

Viele sind zu schnell: Mit Unterstützung der Kreispolizeibehörde wies der ACE gestern darauf hin, dass an Bussen mit eingeschalteter Warnblinkanlage nur im Schritttempo vorbeigefahren werden darf. -  Foto: Bender

Altena - „Nadelöhr Bushaltestelle“ heißt die diesjährige Verkehrssicherheitsaktion des Automobilclub Europa (ACE), alle Gliederungen sind zum Mitmachen aufgerufen. Der Kreisverband Mark suchte sich dazu die Bushaltestelle am Bahnhof aus.

Und das aus gutem Grund: Im Vorfeld hatten sich Kreisvorsitzender Harald Döpke und seine Mitstreiter an verschiedenen Bushaltestellen umgesehen und die Situation in Altena als besonders auffällig empfunden. Gerd Regnery zählte im Mai nach: Von 50 Autos, die an den haltenden, warnblinkenden Bussen vorbeifuhren, hielten sich nur acht an die Straßenverkehrsordnung. Das liege in etwa im Trend, weiß Döpke anhand bundesweit erhobener Daten.

Deshalb gestern die Bus-Aktion am Bahnhof: Zusammen mit der Polizei wurde die Situation beobachtet, zu schnell fahrende Autos (Schrittgeschwindigkeit darf die Polizei auch schätzen) wurden angehalten und deren Fahrer belehrt. Wichtig sei der Organisation, dass es wirklich bei der mündlichen Verwarnung bleibe, betonte ACE-Vorsitzender Döpke. Davon gab’s dann gestern reichlich. Vor allem die Regel, dass man auch auf der Gegenfahrbahn langsam fahren muss, wenn ein Bus stehen bleibt, ist offensichtlich vielen Autofahrern nicht geläufig.

Eine „Rendevouz-Haltestelle“ sei die am Bahnhof erläuterte MVG-Schulbetreuer Jens Piepenstock vor Ort. Das heißt: Hier treffen sich nicht nur der Schnell- und die Stadtbusse, sondern auch der Abellio – und alle sind miteinander vertaktet, müssen also aufeinander warten. Das führt dazu, dass bis zu sechs Busse gleichzeitig an den Haltestellen stehen und Fahrgäste auch abseits der Fußgängerampel die viel befahrene Bundesstraße queren. Gefährliche Aktionen seien nicht selten, größere Unfälle habe es aber noch nicht gegeben, berichtete Anlieger Wolfgang Anlauf.

Der Inhaber der gleichnamigen Metzgerei ist alles andere als glücklich über die Ballung von Bussen vor seiner Ladentür. Als er im Jahr 2000 in einen Neubau investierte, gab es in diesem Bereich nur eine ganz normale Haltestelle. Inzwischen halten bis zu vier Busse gleichzeitig vor dem Geschäft, so dass sein Parkplatz bis zu acht Minuten lang völlig blockiert ist. Auf der anderen Straßenseite sieht das nicht anders aus, dort sind die Kundenparkplätze neben dem Bahnhof betroffen. Polizei, Stadt, Landrat – alle möglichen Sterlen hat Anlauf schon auf das Problem hingewiesen – bis her aber ohne Erfolg. - ben.-

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