Lydia Daher verfasst Lyrik ohne Tamtam

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Lydia Daher bei ihrem Vortrag im Gymnasium. –

ALTENA – Lydia Daher, Stipendiatin der Märkischen Kulturkonferenz, stellte gestern im Burggymnasium ihr Lyrikband „Kein Tamtam für diesen Tag“ vor. Die rund 60 Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufen 10 bis 13 waren im Nu von der modern, kessen Lyrik der Augsburgerin begeistert.

Die Kunst von Lydia Daher bestehe laut Jurybegründung darin, das so genannte Faktische zu verdichten und es in einem neuen Licht erscheinen zu lassen.

Für jeden war etwas dabei, von romantisch bis brutal bot die Stipendiatin alles, was das Lyrikerherz begehrt. „Das Interesse scheint groß zu sein. Es handelt sich um eine freiwillige Veranstaltung und trotz der späten Nachmittagsstunde sind so viele gekommen“, freute sich Barbara Langos, Mitglied der Literatur-Jury.

Kein besonderes sprachliches Tamtam charakterisiert die Lyrik von Lydia Daher. Trotz alledem kann man sie durchaus als Wortakrobatin bezeichnen. „Ich habe früh gemerkt, dass die deutsche Sprache mich fasziniert und die Form ist, in der ich mich am besten ausdrücken kann“, erklärte sie im Gespräch mit den Schülern. Sie sei sicherlich kein Formfetischist. So sei sie beispielsweise vor dem Schreiben auf keinen bestimmten Stil festgelegt. „Ich schreibe eher intuitiv.“

Die Gymnasiasten genossen sichtlich die Lyrikerin zum anfassen und bombardieren sie mit Fragen. „Basieren ihre Gedichte alle auf wahren Gegebenheiten?“, fragte eine Schülerin interessiert. Natürlich sei nicht alles wahr, was sie berichtet. Sie erfinde ständig Dinge hinzu. „Letztendlich stammt aber alles von mir. Somit hat es dann auch wieder etwas mit mir zu tun“, erklärte sie. Wichtig sei es auch, dass man ihre Gedichte nicht zu sehr analysiere, da sie dann wieder den persönlichen Charakter verlieren würden. Keines ihrer Gedichte sollte man versuchen so zu verstehen, wie es sich die Autorin gedacht habe. Viel mehr solle jeder für sich selbst entscheiden, wie man das Gedicht verstehen möchte.

Die Kurzform ist es, die Lydia Daher reizt. „Die guten Sachen sind schnell fertig, andere liegen ewig rum. Aber Jahre brauche ich für keines meiner Gedichte“, erzählt Daher.

Über die berühmten Schreibblockaden kann die junge Stipendiatin nur lächeln: „Ich habe keine Blockaden höchstens ein wenig Faulheit.“ Je mehr sie schreibe, desto weniger Angst habe sie vor Blockaden, ständig kämen ihr neue Ideen.

Alle ihre Werke sind auf Deutsch, denn dies sei die einzige Sprache in der sie sich wirklich sicher fühle. „Auf Deutsch kann ich arbeiten, kann Sätze und Wörter drehen, wie ich möchte“, erklärte sie weiter. – lm

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