Altena: SPD-Fraktionschef Lutz Vormann empfiehlt "abzuwarten"

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Altena - „Das hätte ich mir gerne erspart“, sagt Lutz Vormann. Altenas SPD-Vorsitzender und Fraktionschef erhält im Moment von SPD-Mitgliedern „so viele Telefonanrufe, wie noch nie.“ Grund: die Schieflage der Partei nach den Personalien um Martin Schulz.

Eindeutig bezieht der stellvertretende Landrat dazu Stellung: „Das war überfällig. Niemand hatte dafür Verständnis, dass er ins Außenamt wollte. Ich auch nicht. Man kann nicht drei Mal sein Wort geben und drei Mal einen Rückzieher machen. Das ist nicht glaubwürdig und nicht vermittelbar.“ Es sei leider so, dass das gute Verhandlungsergebnis der SPD-Führung mit Martin Schulz in Sachen Koalitionsvertrag mit der CDU/CSU, unter dieser Personaldiskussion gelitten und vollständig zurückgetreten sei. „Wir haben vieles erreicht. Die Vereinbarung trägt deutlich unsere Handschrift. Jetzt gilt es, zu arbeiten. Ämter zu verteilen ist nicht die Sache, die zu allererst ansteht.“

Schulz zollte er dennoch „hohen Respekt.“ Irgendwie habe er sich das Loch, in das er jetzt falle, schon selbst gegraben, auch wenn das menschlich schon sehr tragisch sei. „Er hat in Europa und im Europäischen Parlament viel bewegt und es zu neuer Stärke geführt. Europa trägt im neuen Koalitionsvertrag eindeutig seine Handschrift.“

Lutz Vormann: „Gestalten in einer neuen Groko!"

Und in diesem Zusammenhang verweist er auch auf Horst Seehofer, CSU. Da könnte man durchaus den Eindruck eines Unterbringungs- und damit Versorgungsfalles in Berlin haben. Und wie steht der SPD-Ortsverbandschef zu Sigmar Gabriel? Es sei für ihn menschlich nachvollziehbar, dass der Mann irgendwie aus der Haut gefahren sei. „Und ich stelle fest: Er hat als Außenminister einen guten Job gemacht.“ Die SPD könne jetzt nicht wieder eine neue Personaldebatte anstoßen und eröffnen. „Warum sollte Gabriel nicht ins Außenamt zurückkehren? Dass er es kann, hat er bewiesen. Zudem zählt auch Erfahrung in der Politik.“

Keinen Hehl macht Vormann aus seiner Pro-Haltung zur Großen Koalition. „Ich habe schon einmal gesagt, wer gestalten will, kann das am besten in einer Regierung. Wir haben wichtige Schlüsselressorts besetzt. Da ist vieles für unser Land, für die Menschen, möglich zu erreichen.“

Die kommissarische Installierung von Andrea Nahles als neue SPD-Vorsitzende bereits in dieser Woche sieht er eher kritisch. „Warum wartet man nicht? Was ist, wenn sie bei einem folgenden Sonderparteitag durchfällt?“

Um die Zukunft der SPD sei ihm trotzdem nicht bange. Die Partei diskutiere, streite, wiege ab. Und das öffentlich. Das suche seinesgleichen und sei transparente Demokratie. „Jetzt haben erst einmal unsere Mitglieder am 4. März das Sagen.“

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