Sanierung der Lutherkirche ist fast abgeschlossen

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Kaum etwas erinnert noch an die verheerenden Brandschäden, nachdem unbekannte Täter vor fast zwei Jahren die Lutherkirche in Brand gesteckt hatten. Noch laufen die Sanierungsarbeiten.

Altena - Fast zwei Jahre nach dem verheerenden Brand soll die Lutherkirche im März wieder eröffnet werden. Auch wenn das Gröbste schon erledigt ist, bleibt für die beteiligten Unternehmen noch einiges zu tun.

Die größte Baustelle in dem evangelischen Gotteshaus ist dieser Tage die Orgel: Nachdem alle Pfeifen ausgebaut und gereinigt wurden, läuft jetzt der Wiedereinbau des Instruments. Danach muss es neu gestimmt werden. Für beides veranschlagt Orgelbauer Thomas Wiggering etwa sechs Wochen.

Die Tür am vorderen Eingang wird zudem noch saniert. Handwerker mussten sie dafür ausbauen und an ihrer Stelle eine hölzerne Behelfstür einsetzen. Im Innenraum der Kirche wird in Kürze eine neue Lautsprecheranlage installiert.

Gedenktafeln werden in Köln restauriert

Karin Thomas (links) und Dorothea Ossenberg-Engels begutachten die Laube, in der der Brand gelegt worden war.

Die zwei Gedenktafeln, die ihren Platz normalerweise auf der Innenseite der linken Außenmauer haben, befinden sich gerade zu Restaurierungsarbeiten in Köln: Auch sie wurde bei dem Brand stark in Mitleidenschaft gezogen. Die Tafeln erinnern an die Toten aus Altena im Krieg von 1870/71. „Es gibt nur in wenigen Kirchen Gedenktafeln, die an diesen Krieg erinnern“, erklärt die Architektin Dorothea Ossenberg-Engels, die den Wiederaufbau von Anfang an begleitet hat.

„Die gesamte Kirche musste vom schwarzen Ruß gereinigt werden, an vielen Stellen war auch ein neuer Anstrich nötig“, so Ossenberg-Engels weiter. Das betrifft etwa den prächtigen Kanzel-Orgel-Prospekt mit seinen kunstvollen Verzierungen und die aufwendigen Deckenmalereien.

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Besonders in Mitleidenschaft gezogen wurde der Bereich um die linke der beiden Lauben ganz hinten in der Kirche – dort war der Brand gelegt worden. Von den Lauben wird angenommen, dass dort früher die Honoratioren den Gottesdienst verfolgt haben. Nicht nur die Laube, sondern auch die Bänke in diesem Bereich und eine der beiden Treppen zur Empore mussten die Handwerker komplett neu bauen. Auch die Malerei an der darüber liegenden Decke ist mittlerweile wieder hergestellt.

Während die Kosten für die Behebung der Brandschäden die Provinzial-Versicherung trägt, hat die Gemeinde auf eigene Kosten eine neue Belüftung einbauen lassen – und freut sich weiterhin über Spenden für diese Maßnahmen. So werden etwa die Fenster automatisch geöffnet und geschlossen.

Alter Grabstein bleibt der Kirche erhalten

Während der Sanierung stand zeitweise ein sechsstöckiges Gerüst mitten in der Kirche, für dessen Aufbau der Podest unter den Bänken im Mittelschiff entfernt werden musste. Im Zuge dessen stellten die Handwerker einen Pilzbefall fest. Deshalb wurde der darunter befindliche gestampfte Lehmboden abgetragen, wobei eine uralte Grabplatte zum Vorschein kam. Dank der Freunde der Burg bleibt diese der Kirche erhalten.

Für den Wiedereinbau der Orgelpfeifen benötigt Thomas Wiggering unzählige Ersatzteile.

Alle Maßnahmen an der denkmalgeschützten Kirche haben die Verantwortlichen in Abstimmung mit der Unteren Denkmalbehörde der Stadt Altena und dem Landschaftsverband Westfalen-Lippe in Angriff genommen. Die Unternehmen, die die Arbeiten durchgeführt haben, kommen überwiegend aus Altena oder der Umgebung, wie Baukirchmeisterin Karin Thomas betont.

Zu den wichtigsten gehören die Tischlereien Frank, Dalüge und Harte, der Elektriker Orth, Radio Schmitz, Heizungstechnik Mahr, Naturstein Meyer, der Klempner Schmidt, die Glasmalerei Peters und der Restaurator Rademacher.

Wenn die Orgelpfeifen wieder an ihrem Platz sind, Eingangstür und Gedenktafel angebracht, wird fast nichts mehr an die massiven Beschädigungen erinnern, nachdem Unbekannte die Kirche am 17. Mai 2015 in Brand gesteckt hatten. Einen siebenstelligen Betrag haben die Arbeiten bislang verschlungen, sagt Finanzkirchmeister Peter Krey. „Aber es ist wirklich beeindruckend, wie schön alles geworden ist.“

Feierliche Wiedereröffnung

Nach Beendigung der letzten Arbeiten und einer abschließenden Reinigung soll die Lutherkirche am Sonntag, 12. März, mit einem festlichen Gottesdienst ab 14 Uhr wieder eröffnet werden. Mit dem Gottesdienst möchten die Verantwortlichen auch die Feierlichkeiten zum 650-jährigen Stadtjubiläum einläuten. Im Anschluss können sich Interessierte die restaurierte Kirche anschauen und mit den Beteiligten ins Gespräch kommen.

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