Gemeinschaftskonzert von Lutherkantorei und katholischem Kirchenchor

Anrührender Ohrenschmaus bewusst etwas später

Die Zuhörer in der voll besetzten St. Matthäus-Kirche sparten am Ende nicht mit Applaus. Foto: Jakob Salzmann

Altena - In großer Besetzung ließen die Lutherkantorei und der Kirchenchor St. Matthäus am Sonntag, 4. Januar 2015, bei einem stimmungsvollen Weihnachtskonzert in der Kirche St. Matthäus den Zauber der Weihnachtszeit nachklingen. Bewusst spät, nach dem Fest, aber noch innerhalb der weihnachtlichen Festzeit, war der Termin der opulenten Aufführung gewählt.

Mit Standing Ovations feierten die Besucher in der voll besetzten Kirche die beiden Chöre und ihre Gäste, die unter der Gesamtleitung von Johannes Köstlin ergreifend schön und herzerwärmend musizierten. Instrumental bereicherte das Kammerorchester „musica da camera“ das festliche Konzertgeschehen. Als Solisten brillierten Karolina Brachmann (Sopran), Annika Dintinger (Mezzosopran), Silke Weisheit (Alt), Lothar Blum (Tenor) und Alexander Schmitt (Bass) mit ausdrucksvollem Gesang. Den überaus anspruchsvollen, virtuosen Orgelpart meisterte Maria Hartel mit Bravour.

Mit Ausschnitten aus Heinrich von Herzogenbergs romantischem Oratorium „Die Geburt Christi“ und Camille Saint-Saens „Weihnachtsoratorium“ (Oratorio de Noel) standen ausgesprochen klangschöne Werke von lyrischer Grundstimmung auf dem Programm. Wunderbar fügten sich Chorpartien, Soli und Musik unter Köstlins meisterhaft gestaltender Hand zu einem homogenen, farbenreichen Ganzen. Viele bekannte Weihnachtslieder – angefangen bei „Kommet, ihr Hirten“ bis „Kommt und lasst uns Christum ehren“ – fanden sich im Herzogenberg’schen Oratorium, das atmosphärisch dicht von der Geburt Jesu im Stall von Bethlehem berichtete. Innige, beschauliche Hirtenmusik, Rezitative und im Wechsel vom großen, stimmgewaltigen Chor und den schönen Solostimmen gesungene Beiträge ließen die Weihnachtsgeschichte nachklingen. Nicht zuletzt in der kunstvollen Verarbeitung der Weihnachtslieder erwies sich Herzogenberg als Meister des Tonsatzes. Als geschlossener Klangkörper trumpfte der große Gemeinschaftschor auch beim Weihnachtsoratorium von Saint-Saens auf. Farbenreich gelang die Textausdeutung. Klare, saubere Artikulation erfreute. Einer breiten Klangfarbenpalette – zart bis stimmgewaltig – bedienten sich die Sängerinnen und Sänger, um emotionale Ergriffenheit auszudrücken. Perfekt fügten sich die Solisten mit ihren klaren, tragenden Stimmen in den Gesamtkontext des Oratoriums, das das Weihnachtsgeschehen aus Sicht des Evangelisten Lukas, der Psalmisten und anderer weihnachtlicher Texte beleuchtet, ein.

Zwei Zugaben gönnten die Chöre und ihre Gäste dem begeisterten Publikum nach diesem anrührenden Ohrenschmaus. Mit Herzogenbergs „Nun singet und seid froh“ und Saint-Saens „Tollite Hostias“ im Ohr, traten die Besucher ergriffen und berührt den Heimweg an.

von Jakob Salzmann

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