Bei Lüling übernimmt die nächste Generation

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Troika an der Spitze der Firma Lüling: Peter Wilm Schmidt (links) und Christian von der Crone werden seit Anfang Januar von Fabian Schmidt (rechts) unterstützt.

ALTENA - Einmal nur hat der Vater gefragt - „da muss ich so 14 Jahre alt gewesen sein“, erinnert sich Fabian Schmidt. Seither war klar: Er würde in die Fußstapfen des Vaters treten und in die Führungsetage der Firma Lüling eintreten. Jetzt, 16 Jahre später, ist es soweit: Fabian Schmidt ist neben Peter Wilm Schmidt und Christian von der Crone Geschäftsführer des Drahtwerks.

Und was, wenn er damals Nein gesagt hätte? Das hätte er dann wohl akzeptieren müssen, sagt der Vater. Denn: „Diesen Job muss man entweder wollen – oder es lassen“. Und trotzdem ist Peter Wilm Schmidt natürlich froh, dass sein Sohn jetzt auf einem der Lüling-Chefsessel sitzt.

Chefsessel mit 30 Jahren

Vorbereitet hat sich Fabian Schmidt, indem er (abgesehen von sozusagen privaten Besuchen) dem Unternehmen erst mal fern blieb. Ferienjobs und Praktikumsstellen hat er sich in anderen Unternehmen gesucht („ohne Vitamin B“). Nach dem Studium des Wirtschaftsingenieurwesens war er gut drei Jahre lang in einem Metall verarbeitenden Betrieb in Werdohl tätig, wo er unterem erfuhr, wie es ist, wenn man von Kurzarbeit betroffen ist.

Durch Kurzarbeit gelernt

Vor einem Jahr erfolgte dann der Wechsel zur Firma Lüling, wiederum ein Jahr später hat es gepasst und er wurde in die Geschäftsführung berufen. Dort kümmert er sich um den kaufmännischen Part, während von der Crone für die Produktion verantwortlich zeichnet. Sein Studium sei eine hervorragende Vorbereitung für seine neue Rolle gewesen, erklärt Schmidt: Als Ingenieur wisse er, worauf es unten in den Werkshallen ankomme, habe aber trotzdem auch ein komplettes BWL-Studium durchlaufen und könne deshalb natürlich auch mit Zahlen umgehen.

Und der Senior? „Ich mache jetzt, was ich will“, grinst Peter Wilm Schmidt in der ihm eigenen Art. Sicher verstehe er sich als Ratgeber seiner Mitgeschäftsführer – „aber ich akzeptiere auch deren Entscheidungen“. Ansonsten werde er Kontakte pflegen und sich um andere Dinge kümmern, für die er bisher nicht genug Zeit hatte.

Seit zehn Jahren schon ist Fabian Schmidt Gesellschafter der Firma Lüling und damit Mitinhaber eines inhabergeführten Familienbetriebes. „Morgens einmal durch die Produktion zu gehen, das zeichnet solche Unternehmen aus“, sagt er und findet damit die volle Zustimmung seines Vaters. „Die Tür ist immer offen“ - so umschreibt der sein Verhältnis zu den Mitarbeitern.

von Thomas Bender

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