Mietvertrag ist ausgehandelt

Legen sich für das Mühlendorf richtig ins Zeug: Die Mitglieder des Vereines mit dem nicht zu kurz geratenen Namen „Freunde der Heimatpflege im Altenaer Stadtteil Mühlendorf“. Für Sonntag laden sie zu einem Frühstücksbuffet ein. -  Foto: Berndt

Altena - Der Mietvertrag ist gemacht. Jetzt fehlen nur noch wenige Unterschriften, bis die ehemalige Thomas-Morus-Kirche endgültig zum neuen Gemeindezentrum für den Stadtteil Mühlendorf werden wird. Dann übernimmt der gemeinnützige Verein „Freunde der Heimatpflege im Altenaer Stadtteil Mühlendorf“ das leerstehende Gebäude.

„Wir wollen als Verein wieder Leben in den Bezirk bringen“, sagt Eckhard Kittendorf, Vorsitzender des neu gegründeten Vereins. „Vielen fehlen in diesem Stadtteil Gasthöfe mit größeren Räumen, wo man auch mal größer feiern kann.“

Zudem will der gemeinnützige Verein die unteren Räume renovieren, so dass auch mittelgroße Gruppen wieder einen Treffpunkt haben. Bisher nutzten die Schützen, die schon seit einigen Jahren in der Kirche aktiv sind, hauptsächlich den ehemaligen Gottesdienstraum. Um diesen zu füllen brauche es aber schon etwa 100 Personen, erläutert Kittendorf. Für die Schützen sei das kein Problem, aber gerade kleinere Vereine oder Gesellschaften würden sich in der großen Halle schnell verloren fühlen.

Zudem entstehe mit der Größe und Höhe des Raumes ein weiteres Problem: „Wir können hier nur mit Heizlüftern heizen. Anders bekommen wir die Halle nicht warm“, erklärt der Vorsitzende. So schlage allein die Heizkosten für einen einzigen Abend mit bis zu 200 Euro zu buche, rechnet er vor. Und das könne sich nur für größere Versammlungen lohnen.

Anders sehe das für den Veranstaltungsraum im Keller aus. „Hier können sich auch schon Gruppen von 50 Leuten sehr wohl fühlen“, sagt Kittendorf. Das sei ideal für Geburtstagsfeiern, Vereinsversammlungen, aber auch für Kaffee und Kuchen nach Beerdigungen.

Die Heizkosten seien zudem kein Problem: „Hier unten würde auch eine Gastherme reichen.“ Einzige Schwierigkeit: Bisher fehlt ein Anschluss an das Gasnetz. Hier setzt der Verein auf die Schaffenskraft der eigenen Mitglieder, zu denen auch viele Schützen zählen. „Wir werden selbst ein Leerrohr zur nächsten Leitung legen“, so Kittendorf. Das sei dank der Tatkraft der Vereinmitglieder ohne größeren finanziellen Aufwand möglich. Lediglich der eigentliche Anschluss müsse von Fachmännern des Gasanbieters erledigt werden, dafür werde eine Gebühr von 4600 Euro fällig.

Auch städtische Immobilien vermietet

Wie die Thomas-Morus-Kirche werden in Altena mittlerweile mehrere ehemals kirchliche oder städtische Immobilien weitervermietet. Ein gutes Beispiel ist der Generationentreff am Knerling. Die ehemalige Schule wird vom Heimatverein genutzt, der dort zum geselligen Zusammensein einlädt.

„Durch die Vermietungen können wir die Kosten für den Erhalt der Gebäude reduzieren“, sagt Uwe Krischer, Bereichsleiter für Immobilien der Stadt Altena. In erster Linie versuche die Stadt ihre leerstehenden Gebäude zu verkaufen. Bis aber ein geeigneter Käufer gefunden ist, versuche man die laufenden Kosten auf andere Weise zu drücken.

Und die Stadt könnte schon bald zwei weitere leerstehende Gebäude in ihrem Bestand haben. Sowohl die Hauptschule Rahmede als auch die Grundschule Evingsen laufen im Jahr 2017 aus. Derzeit planen einige Vereine, Teile der Schulanlagen, insbesondere die Turnhallen, zu mieten. Entscheidungen seien bisher aber noch nicht gefallen.

Zudem sei es nicht leicht passende Käufer zu finden. Die Schulen liegen zentral in Wohngebieten, erläutert Krischer. So könne nur an Privatpersonen oder an nicht störende Gewerbe verkauft werden. Im Einzelfall ließe sich aber klären, ob der Bebauungsplan geändert werden könnte.

Kritik an den Zwischenvermietungen kommt dagegen aus der privaten Wirtschaft. Manfred Hücking betreibt einen Partyservice und vermietet ebenfalls Räume für Feiern. Die Konkurrenz fürchte er keinesfalls, betont Hücking. Er sieht die private Wirtschaft aber benachteiligt. Diese müsse stets Umsatzsteuer von ihren Kunden verlangen. Gemeinnützige Vereine und Kirchen seien davon in vielen Fällen befreit. - Von Sebastian Berndt

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