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Anwohnerin des Linscheider Bach widerspricht den Behörden

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Von: Thomas Bender

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Unten gibt es eine Mini-Bürgersteig, weiter oben noch nicht mal das - die Eltern am Linscheider Bach haben Angst um ihre Kinder. © Bender, Thomas

Nur wenige Beschwerden über den Durchgangsverkehr am Linscheider Bach? So hatte es Polizeisprecher Christof Hüls Anfang der Woche gegenüber unserer Zeitung dargestellt. Birte Trarbach widerspricht entschieden: Wenigstens 30 Mal habe sie in den vergangenen Wochen bei der Polizei angerufen, schildert sie – immer dann nämlich, wenn wieder einmal ein Lkw das Durchfahrtsverbot missachtet hat und sich nur Zentimeter von ihrer Hauswand entfernt über die wohl steilste Stelle der Straße quälte.

Altena – „Schöne, ruhige Wohnlage, haben wir gedacht, als wir das Haus vor vier Jahren gekauft haben“, sagt die Mutter von vier Kindern, die schnell eines Besseren belehrt wurde: Schon immer werde der Linscheider Bach von vielen Autofahrern als Abkürzung in Richtung Iserlohn benutzt, schon immer seien dort auch Lkw unterwegs – „oft stehen sie dann bei Lüling oder bei VDM“, berichtet die Anwohnerin.

An Tempo 30 halten sich viele nicht

Seit der Vollsperrung der B 236 in Nachrodt sei alles noch sehr viel schlimmer, klagt Birte Trarbach – „wir haben jetzt echt Angst um unsere Kinder“. Der Linscheider Bach hat dort, wo die Trarbachs wohnen, zwar einen (wenn auch sehr schmalen) Gehweg – aber der befindet sich auf der anderen Straßenseite, die Kinder müssen in einem Kurvenbereich die Fahrbahn überqueren. „Und an Tempo 30 halten sich hier die wenigsten“, schildert sie.

Noch schlimmer trifft es die Bewohner der Häuser weiter in Richtung Wald. Nach der Einmündung des Immenwegs (genau an der Ecke wohnen Trarbachs) gibt es überhaupt keinen Gehweg mehr, zudem wird dort geparkt - ein Horror für die Eltern von Schulkindern. „Und glücklicherweise gibt es hier inzwischen wieder welche“, meint Birte Trarbach.

Grundstück beschädigt - die Polizei macht nichts

Über die Polizei ärgert sich die Altenaerin übrigens nicht nur wegen der in ihren Augen falschen Aussage von Hüls. Die Beamten der Altenaer Wache drückten auch schon mal ein Auge zu, wenn Lastwagen Schäden an den Grundstücken der Anwohner verursachen, sagt sie. Immer wieder passiere es, dass Lkw-Fahrer am Linscheider Bach der Mut verlasse und sie sich zur Umkehr entschlössen. Dazu werde dann rückwärts in den Immenweg gefahren und vorwärts wieder raus in Richtung Kölscher Joe. Mehrfach schon seien die Lastwagen dabei über ihre Wiese gefahren, auch eine kleine Mauer sei beschädigt worden. Obwohl der Verursacher bekannt sei und sogar ein Video existiere, habe die Polizei ihrer Anzeige nicht aufnehmen wollen, sagt sie. ben.-

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