Literaturkurse des Burggymnasiums begeistern mit dem „Internat an der Burg“

Tussis, Angeber und Opfah

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Der dick aufgetragene Slang tat das Seine, Klischees nach allen Regeln der Kunst zu bedienen.

Altena - Auf überaus humorvolle Weise nahmen sich die Literaturkurse der Jahrgangsstufe Q1 des Burggymnasiums am Donnerstag bei der Premiere ihres selbstverfassten Stücks „Internat an der Burg – Gemeinsahm is mahn weniga Opfah!“ – Schreibfehler gewollt – des Themas Integration an.

Knapp 50 Schüler aus zwei Kursen setzten sich in der turbulenten Komödie mit Schlagwörtern wie Minderheiten, Ausländer, Jugendliche, Lehrer und dergleichen mehr auseinander. Hauptrollen im üblichen Sinn gab es dem witzigen Stück, das Mitschüler, Angehörige und Freunde gut zweieinhalb Stunden bei Laune hielt, nicht. Jeder glänzte in seiner (kleinen) Rolle, seinem Part. Bis zum Aufführungstag feilten die Jugendlichen unter Leitung von Julia Wilhelm und Sabina Fischer an ihrem mit spitzer Feder geschriebenen Stück. Ausgangssituation heiterer Turbulenzen war der erste Schultag am imaginären Internat an der Burg, wo sich die „üblichen Verdächtigen“, Grüppchen und Cliquen zusammenfanden, um sich über ihre Ferienerlebnisse auszutauschen und mehr schlecht als recht wieder in den Schulalltag einzufinden. Die einen jammerten, die anderen prahlten: „Bock“ auf Schule hatte niemand. Sportler, Cheerleader, Tussis, Ausländer, Angeber, Streber, Reiche und Arme bildeten eine kunterbunte Zwangsgemeinschaft, die mit Zusammenhalt nicht viel am Hut hatte. Übereinander lästern ging leichter als aufeinander zuzugehen. Nach der Klasseneinteilung prallten in den Zimmern die Gegensätze aufeinander.

Das Stück kam mit wenigen Requisiten aus. Jeder Akteur glänzte in seiner (kleinen) Rolle.

Die Cheerleader benötigten die Regale für ihre Pom Poms, die Streber brauchten Platz für ihre Bücher – und eine verwöhnte Promi-Tochter, die mit Geld nur so um sich schmiss, hätte das ganze Zimmer am liebsten für sich. Ihr Zwillingsbruder kaufte sich unterdessen im „Ausländer“-Zimmer, wo Drogen und Messer die Runde machten, ein. Seine Devise: „Ich bin reich, ich schlaf’ nicht auf dem Boden!“ Schutzgeld? Kein Problem. Mühelos nahm es die Burg-Internat-Chantal da mit der „Fuck ju Göthe“- Chantal auf. Die Lehrer, die sich auf der Bühne tummelten, waren auch nicht besser als ihre quengeligen Schüler. Sich mit einer gemeinsamen Skulptur an einem Wettbewerb zu beteiligen, erschien zunächst als unlösbare Aufgabe. Die Wende brachte ein Busausflug, bei dem die Lehrer ihre Schüler „verloren“ und diese – auf sich allein gestellt – gemeinsame Ziele entdeckten. Mit nur wenigen Requisiten zauberten die Schüler die unterschiedlichsten Schauplätze auf die Bühne. Trefflich unterstrichen die Kostüme die unterschiedlichsten Charaktere – angefangen bei den Sportlern, für die ohne ihre Trikots gar nichts ging, bis zu den Tussis, die nichts als Schminke und Mode im Kopf hatten, und dem Manga-Mädchen mit Katzenohren. Der dick aufgetragene Slang tat das Seine, Klischees nach allen Regeln der Kunst zu bedienen. Über alles Trennende hinweg rauften sich die Jugendlichen am Ende doch zusammen und holten sich den Sieg im Wettbewerb.

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