Ein Manifest der Toleranz

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Ein Teil der BGA-Schauspieler und Aktiven aus dem Literaturkurs I mit dem Plakat zur Aufführung. ▪

ALTENA ▪ Generationen von Schülern kennen das Drama „Nathan der Weise“ von Gotthold Ephraim Lessing. Der Literaturkurs I des Burggymnasiums bringt den Stoff am Donnerstag, 20. Juni, ab 18 Uhr in der Zentralen Raumgruppe der Schule auf die Theaterbühne.

Ausdrücklich eingeladen, diesem Stück in etwa 90 Minuten zu folgen, sind Kinder ab 12 Jahren. Die haben sogar freien Eintritt. Das etwa 24-köpfige Ensemble unter Leitung von Lehrerin Sabina Fischer ist sicher, den Inhalt so ins Hier und Jetzt transportiert zu haben, „dass jeder Besucher, ob jung oder alt, etwas mitnimmt.“ Deshalb wurde der Text zeitgemäß umgearbeitet, auch die Kostüme und das Bühnenbild passen sich an.

Das Drama „Nathan der Weise“ von Gotthold Ephraim Lessing stammt aus dem Jahre 1779 und spielt in der Zeit des Dritten Kreuzzuges in Jerusalem. Es dreht sich im wesentlichen um den jüdischen Kaufmann Nathan, der unbewusst die drei Weltreligionen Judentum, Christentum und Islam vereint und durch seine tolerante Weltanschauung den Ehrentitel „Nathan der Weise“ erhält.

Rund ein Jahr beschäftigen sich die Schüler mit dem Stoff. Etwa ein Dutzend Gymnasiasten stehen auf der Bühne, alle weiteren arbeiten als „Marketing-Kräfte“, um Werbung für den Besuch der Aufführung zu machen, in der Maske, im Kostüm- und Bühnenbildbereich oder im Catering. „Wir sind ein eingeschworenes Team“, sagen Melvin Legenfeldt und Samuel Hüls, Marketing. Und so trug der Kurs „von Anbeginn“ einvernehmlich die Idee, „auch Eltern von kleinen Kindern gezielt einzuladen. Sie können uns ihre Kinder während der Aufführung anvertrauen. Wir umsorgen oder bespielen sie dann.“ Neu ist, das in der Pause nicht nur Getränke, sondern auch Brötchen angeboten werden, um vielleicht miteinander ins Gespräch zu kommen.

Das Stück wird nur einmal aufgeführt. „Die Texte sind schon sehr anspruchsvoll. Da erschien es uns als zu aufwändig, alle Rollen doppelt zu besetzen“, begründen die Schüler.

Zurück zu Nathan und seiner zeitlosen Botschaft: Der Aufklärer Lessing stellte vor 234 Jahren die Frage nach den Möglichkeiten eines friedlichen Zusammenlebens von Menschen unterschiedlicher kultureller und religiöser Herkunft. Die BGA-ler versuchen eine Antwort zu geben, ob wir uns seit dem 18. Jahrhundert wirklich verändert haben, wohl wissend, dass uns die Weltpolitik das Drama „Krisenherd Naher Osten“ nach wie täglich vor aller Augen führt. Sei es durch die blutigen Ereignisse in Syrien, sei es durch Terrorismus oder die Diskussion um einen eigenen Palästinenserstaat. ▪ Johannes Bonnekoh

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