Stadt lässt ehemaliges Freibad verfallen

0b von nah oder von fern: Der Verfall des Linscheidbades ist unübersehbar. Die Stadt hat seit der Schließung nichts mehr für die Unterhaltung der Immobilie getan. Foto: Bender

ALTENA -  Wenn Privatpersonen ihre Immobilien vergammeln lassen, sind Rat und Verwaltung mit Kritik schnell bei der Hand. Dabei handelt die Stadt keinen Deut besser, wie ein Blick ins Linscheidbad beweist.

Vor 14 Jahren hat die Stadt das Bad geschlossen, seitdem wird nichts mehr getan an der Immobilie. Das sieht man ihr deutlich an: Die Folie im Becken ist zerrissen, Beton bröckelt, das Umkleidegebäude macht einen baufälligen Eindruck und die ehemaligen Liegewiesen wucherten im Laufe der Jahre zu.

„Optisch ist das jetzt nicht so der Brüller“, gestand gestern Uwe Krischer, Immobilienmanager der der Stadt und auch für den Bäderbetrieb zuständig, ein. Die Leidtragenden sind die Besitzer und Bewohner der Häuser an Richtpfad und Nordstraße, die freie Aussicht auf die Schrottimmobilie genießen müssen.

Immerhin sei für die Sicherheit gesorgt, sagte Krischer gestern. Straßenmeister Detlef Kalupka schaue regelmäßig nach dem Rechten und kontrolliere, ob die Zäune intakt und Tore verschlossen sind, damit niemand auf das Gelände kommt.

Dass von den auf dem Gelände noch vorhandenen technischen Anlagen eine Gefahr ausgehen könnte, schließt Krischer aus. Alle Tanks seien geleert worden, als das Bad stillgelegt wurde. Dass Behälter und Leitungen durch den jahrzehntelangen Kontakt mit Chlor kontaminiert seien, sei auszuschließen – „das ist ganz normaler Metallschrott“.

Eigentümer des Bades ist der städtische Eigenbetrieb für die Bäder. Er sucht seit über zehn Jahren nach einem Käufer für das Grundstück. Womöglich habe ein Käufer ja Interesse daran, das Becken als Fundament für ein Gebäude zu nutzen, führte Krischer gestern aus. Auch deshalb habe man sich bisher die Kosten für Abbrucharbeiten gespart.

von Thomas Bender

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