Linscheid-Straße: Raser wohl nur "Einzelfälle"

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Die Polizei in Altena, hier bei einer Messung in der Lüdenscheider Straße, hat in der Linscheid-Straße keine besondere Verkehrsgefährdung durch Raser festgestellt.

Altena - Vor Kurzem hat sich ein Anwohner der Linscheid-Straße über Rowdys auf der Straße beschwert. Raserei, Verkehrsgefährdung und Lärmbelästigung lauteten die Vorwürfe. Die Forderung: Eine Tempo 30-Zone.

Die AK-Redaktion hat nachgefragt, wie Polizei und Ordnungsamt die Situation bewerten. „Wir haben keine Auffälligkeiten festgestellt“, sagt Andreas Schober, Leiter der Polizeiwache in Altena. Die Orte der Geschwindigkeitskontrollen würden vor allem danach ausgesucht, wo „Auffälligkeiten in Sachen Geschwindigkeit und Unfälle“ häufiger auftreten als an anderen Punkten der Stadt. Und dies sei in der Linscheid-Straße, wo Tempo 50 erlaubt ist, nicht der Fall.

Am liebsten Tempo 30

„Das soll aber nicht heißen, dass es solche Rasereien in Einzelfällen nicht gibt“, sagt Schober, der eine Tempo 30-Zone im gesamten Innenstadtbereich befürwortet.

Keine "Extremwerte" 

Rainer Hoffmann vom Ordnungsamt Altena bewertet die Situation ähnlich: „Im Jahr 2014 haben wir dort zweimal für je eine Woche gemessen. Dabei fuhren 85 Prozent der Verkehrsteilnehmer im Schnitt 55 Kilometer pro Stunde. Der Rest fuhr um die 70 Stundenkilometer.“ Dies seien keine „Extremwerte“, beispielsweise wenn 85 Prozent mit Tempo 70 oder schneller unterwegs gewesen wären. In so einem Falle würde er die Polizei darauf hinweisen. Dafür habe es aber keinen Grund gegeben.

Geheimrezept Parkplätze

Die Parkplätze an der Lenneseite haben laut Hoffmann entscheidend zur Verkehrsberuhigung der Linscheid-Straße beigetragen. „Die Flächen verengen die Fahrbahn. Breite Autos müssen bei Gegenverkehr auch manchmal warten. Das hat sich bewährt.“ Den Vorwurf der fehlenden Kennzeichnung kann er nicht nachvollziehen: „Das ist alles eingezeichnet und beschildert. Mehr geht nicht.“

Objektiv versus subjektiv

Er habe festgestellt, dass die Messwerte des Ordnungsamts nicht mit der Wahrnehmung von genervten Anwohnern übereinstimmen: „Bei 80 Prozent der Messungen gibt es überhaupt keine Auffälligkeiten. Wir hatten noch keinen gravierenden Fall, wo wir sofort hätten eingreifen müssen“, sagt Hoffmann.

Messungen ja, "Knöllchen" nein

Das Ordnungsamt misst die Geschwindigkeit und Anzahl von Autos, um das Verkehrsaufkommen zu kontrollieren. Die Zahlen dienen als Entscheidungshilfe bei möglichen Bau-Maßnahmen. „Knöllchen“ fürs Rasen gibt’s vom Ordnungsamt keine, und an der Linscheid-Straße in Zukunft wohl weiter nur in Ausnahmefällen – wenn die Polizei blitzt.

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