Ziel ist, einen Ortsverein zu gründen und an der Kommunalwahl teilzunehmen

Die Linke wird wiederbelebt: "Wir wollen eine Politik der Vernunft" 

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Sie engagieren sich bei den Linken: Reiner und Ann-Sophie Kemmerling sowie Christian und Julia Kißler (von links). Geplant ist, bei der Kommunalwahl im September anzutreten.

Altena - Die Linke Altena positioniert sich für den Kommunalwahlkampf: „Wir wollen eine politische Alternative zu den anderen Parteien und eine konstruktive Opposition sein“, erklärt Reiner Kemmerling, der Ende Mai seinen Posten als stellvertretender Vorsitzender der SPD-Ratsfraktion aufgab und zur Partei „Die Linke“ wechselte.

Ziel ist es, wieder einen Ortsverein zu gründen und bei der Kommunalwahl anzutreten. Wichtige Mitstreiter bei der Wiederbelebung linker Politik in Altena sind Julia und Christian Kißler – letzterer kandidiert bei der Kommunalwahl am 13. September für das Amt des Landrats des Märkischen Kreises. Das Paar ist vor Kurzem von Iserlohn nach Altena gezogen und möchte seine politische Arbeit in der und für die Burgstadt fortsetzen. Beide kandidieren außerdem für den Kreistag.

„Wir sind keine Linksextremisten“, beruhigt Christian Kißler. „Wir wollen eine Politik der Vernunft, die links ist.“

In einem Altenaer Wahlbezirk kandidieren wird auch Ann-Sophie Kemmerling, die ebenfalls der SPD den Rücken gekehrt hat. Sie wünscht sich einen zentraleren Standort für das Jugendzentrum. „Wir wollen die Interessen der jungen Leute vertreten.

Christian Kißler unterstützt ihr Anliegen mit dem Vorschlag einer Bürgerversammlung, um eine Verbesserung des unzureichenden Angebots für die Jugend anzustoßen: „Junge Leute sollen selber was dazu sagen.“ Aus seiner Sicht sollte die Stadt sich verjüngen: „Junge Leute und Familien sind die Zukunft der Stadt.“ Altena habe seine Chancen und Potenziale bisher zu oft liegengelassen: Der vorhandene Leerstand biete für kleines Geld Chancen für Neubürger und kleine Firmenneugründungen. Um solche Neubürger müsse die Stadt offensiv werben. „Da kann man noch viel mehr machen.“

Keinen Anlass sieht Die Linke für eine fundamentale Abrechnung: „Wir wollen die bisherige Politik konstruktiv weiterentwickeln.“ Was wünscht sich Die Linke für Altena? Im Hinblick auf die von der Stadt erworbene Industriebrache Schwarzenstein spricht sich Christian Kißler für ein Mehrgenerationen-Projekt aus, in dem Alt und Jung „zum Nutzen aller“ zusammenleben. Die Zukunft des ehemaligen St. Vinzenz-Krankenhauses liege zwar nicht vorrangig in den Händen der Politik. Es müsse aber geklärt werden, wie es dort weitergehen kann.

Zur Belebung der Altenaer Innenstadt schlägt Christian Kißler das Projekt einer „bespielbaren Innenstadt“ vor: Die Kinder sollen ihren Spaß haben, während die Eltern einkaufen gehen. Reiner Kemmerling fordert darüber hinaus mehr Unterstützung für den Altenaer Einzelhandel. Allen Bürgern soll eine weitere Maßnahme zugutekommen: „Die Grundsteuer B muss so bald wie möglich gesenkt werden.“ Ihr Hebesatz war vor fünf Jahren durch einen vom Land eingesetzten „Sparkommissar“ fast verdoppelt worden.

Auch grüne Projekte sind für die Linke ein Thema: Die Machbarkeit von Solar- und Windenergieprojekten soll geprüft werden. Auf der Wunschliste steht auch eine bessere Anbindung Altenas durch den Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV). Und im Interesse derer, die nicht so viel im Portemonnaie haben, soll der Preis für das Sozialticket für den ÖPNV stabil bleiben. Die Linke Altena will ihre Kandidaten für die Kommunalwahl nach dem 11. Juli vorstellen.

Im Rat, aber nie da: Bei der Kommunalwahl im Jahr 2014 holten die Linken 4,7 Prozent der Stimmen, das reichte für einen Ratssitz. Seitdem Andreas Michel aus Altena weggezogen ist, hat den Aydin Harmann inne, der aber so gut wie nie an den Ratssitzungen teilnimmt. Es existierte auch schon mal ein Ortsverein, der sich aber vor einigen Jahren aufgelöst hat.

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