Linke ist sauer auf Wahlleiter Kemper

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Zum Ergebnis der Wahlwiederholung im Mühlendorf meldete sich Sammas Murat Gümüs (links) zu Wort: Der Vorsitzende der islamischen Gemeinde bedauerte das Ausscheiden von Aydin Harman.

Altena - In der islamischen Gemeinde herrsche Unruhe über das Ergebnis der Wahlwiederholung im Mühlendorf. Das berichtete am Dienstag deren Vorsitzender Sammas Murat Gümüs.

Bekanntlich führte die Nachwahl am 16. November dazu, dass die Linken einen ihrer beiden Sitze verloren. Davon betroffen ist mit Aydin Harman ein Mitglied der Gemeinde. Er warf am Dienstag Wahlleiter Stefan Kemper vor, den Linken eine trügerische Sicherheit vorgegaukelt zu haben. Ihnen könne durch die Wahlwiederholung nichts passieren, habe Kemper gesagt – was der allerdings bestreitet. Er habe lediglich mitgeteilt, dass es bei der Wahlwiederholung in erster Linie um die Frage des Direktmandates gehe. „Natürlich ist mit jeder Wahl die Möglichkeit von Veränderungen verbunden“, betonte der Wahlleiter gestern.

„Sehr undemokratisch“ sei das Verhalten des stellvertretenden Verwaltungschefs, sagte Linken-Fraktionsvorsitzender Andreas Michel am Montagabend in seiner Haushaltsrede. Mit der Aussage, an der Zusammensetzung des Rates werde sich durch die Wiederholungswahl nichts ändern, habe die Verwaltung einen fairen Wahlkampf unterbunden. Selbstkritisch räumte Michel ein, dass auch er selbst hätte erkennen können, dass das zweite Ratsmandat der Linken alles andere als sicher war.

„Immer wieder“ habe es im Vorfeld der Wahl im Mühlendorf geheißen, dass es nur um die Frage des Direktmandates gehe, sagte auch Lutz Vormann (SPD) – „eine fatale Aussage, wenn man dieser Glauben geschenkt hat“.

Anders hingegen beurteilte Oliver Held von den Grünen die Sache: Wenn kein einziger Wähler bei der Wahlwiederholung sein Kreuzchen bei den Linken gemacht habe, dann könne man das kaum der Verwaltung anlasten. „Da müssen sie sich schon an ihre Wähler wenden“, sagte Held.

Wenn die islamische Gemeinde gewusst hätte, dass das Mandat ihres Mitgliedes Harman an einem seidenen Faden hing, hätte sie sich im Vorfeld anders verhalten, sagte Gümüs. Im Wahlbezirk III würden einige Wahlberechtigte der Gemeinde leben. Denen hätte man gesagt, dass sie zur Wahl gehen müssten, wenn sie wollten, dass Harman Mitglied des Stadtrates bleibe. Grundsätzlich habe die Gemeinde ein Interesse daran, in Altena mitzureden. Deshalb sei jeder Politiker in der Moschee an der Lüdenscheider Straße willkommen. Vor allem auch zu Bürgermeister Dr. Hollstein pflege die Gemeinde einen intensiven Kontakt, so Gümüs.

Von Thomas Bender

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