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Liegt bald ganz Altena im Naturpark?

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Von: Thomas Bender

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Der Drahthandelsweg auf Altenaer Gebiet gehört schon jetzt zum Naturpark.
Der Drahthandelsweg auf Altenaer Gebiet gehört schon jetzt zum Naturpark. © Thomas Bender

Nur rechts der Lenne ist Naturpark – doch das soll sich jetzt ändern. Die Stadtverwaltung Altena schlägt vor, auch den Rest des Stadtgebietes dem Naturpark Sauerland-Rothaargebirge zuzuschlagen. Darüber soll der Rat am Montag, 7. November, entscheiden.

Rückblick: 2013 begann die Diskussion über einen Zusammenschluss der Naturparke Homert, Ebbe- und Rothaargebirge zu einem einzigen, großen Naturpark „Sauerland-Rothaargebirge“. Altena lag damals noch außerhalb des Naturparks Homert, der in Hemer, Neuenrade und Balve endete. Gemeinsam mit der Stadt Iserlohn beantragte die Burgstadt damals, jene Stadtteile dem neuen Naturpark zuzuordnen, durch die die Premiumwanderwege Höhenflug und Drahthandelsweg verlaufen – also alles, was rechts der Lenne liegt.

Dass jetzt ganz Altena dem Naturpark zugeordnet werden soll, hat mit dessen Erfolg zu tun: „In einem verbandsseitig durchgeführten Qualifizierungsranking aller Naturparke in Deutschland konnte sich der Naturpark Sauerland-Rothaargebirge vom letzten Platz im Jahr 2016 (...) in der neuen Prüfungsrunde auf den bundesweit zweiten Platz emporarbeiten“, heiß es in einer Verwaltungsvorlage für die Ratssitzung zu diesem Thema. Auch deshalb greift der Naturpark immer wieder Fördergelder des Landes ab – zuletzt beim Naturparke-Wettbewerb des Umweltministeriums, bei dem der Naturpark Sauerland-Rothaargebirge den ersten Platz belegte.

Beitrag zur Klimaanpassung

Sein Beitrag „Wald-Klima-Lernort Hohe Bracht“ stellt vor dem Hintergrund der massiven Sturm- und Borkenkäferschäden die Klimaanpassung der Wälder in den Mittelpunkt. Ziel ist es, das genetische Potenzial alter Bäume für die Entwicklung klimastabiler Wälder zu erforschen und erlebbar zu machen. Gemeinsam mit der Bevölkerung sollen geeignete Altbäume identifiziert werden, die aufgrund ihrer Anpassung an die regionalen Boden- und Klimabedingungen für die Gewinnung von Jungpflanzen besonders geeignet sind. Die Entwicklung der Jungpflanzen soll in einem etwa drei Hektar großen „Freilandlabor“ wissenschaftlich begleitet und für Interessierte auch digital erlebbar gemacht werden. Das fördert das Land mit rund 140 000 Euro.

Der Naturpark ist ein eingetragener Verein mit mehreren hauptamtlichen Mitarbeitern und einem Jahresetat von rund 600 000 Euro. Für Altena würden sich die Kosten für die Mitgliedschaft auf 950 Euro verdoppeln, wenn das gesamte Stadtgebiet Teil des Naturparks würde. Welche Vorteile das hätte, listet die Verwaltung in der Vorlage detailliert auf: Der Naturpark kümmert sich um Schilder, Bänke und ähnliche Infrastrukturmaßnahmen an regional relevanten Wegen, organisiert eine Landesförderung für die Markierung von Wanderwegen, organisiert geführte Wanderungen mit Rangern und anderen Fachleuten und bietet Umweltprojekte und andere Veranstaltungen an. Insgesamt sieht die Verwaltung eine „erhebliche Refinanzierungsmöglichkeit der Mitgliedsbeiträge“ und eine positive Werbewirkung für die Stadt.

Das Landesumweltministerium muss zustimmen

Mit dem zu erwartenden Beschluss des Rates ist es nicht getan: Die in Schmallenberg ansässige Geschäftsstelle des Naturparks muss im nächsten Schritt die Naturparkerweiterung mit dem Umweltministerium des Landes NRW abstimmen, das letzte Wort hat dann die Naturpark-Mitgliederversammlung.

Ratssitzung: Der Rat tagt am Montag, 7. November, ab 17 Uhr im Sitzungssaal des Rathauses.

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