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„Liebe, was ich mache“: Unterwegs mit der Landbriefträgerin

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Von: Jona Wiechowski

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Zustellerin Yvonne Geerdes bei der Arbeit. Sie leitet am Standort Rosmart den Zustellstützpunkt mit aktuell 20 Verbundzustellbezirken. Die decken sowohl die Paket-, als auch die Brieflieferungen ab. Als Leiterin hat sie noch administrative Aufgaben und liefert deshalb weniger aus.
Zustellerin Yvonne Geerdes bei der Arbeit. Sie leitet am Standort Rosmart den Zustellstützpunkt mit aktuell 20 Verbundzustellbezirken. Die decken sowohl die Paket-, als auch die Brieflieferungen ab. Als Leiterin hat sie noch administrative Aufgaben und liefert deshalb weniger aus. © Wiechowski, Jona

Tausende Briefe und Pakete verlassen täglich die neue Zustellbasis, die die Deutsche Post DHL Group vor einigen Wochen auf Rosmart eröffnet hat. Von dort werden die Sendungen an die Kunden geliefert. Wir haben Zustellerin Yvonne Geerdes bei ihrer Tour begleitet.

Altena/Werdohl – Mittwoch, 8.32 Uhr: Es herrscht reges Treiben in der Zustellbasis; die Zustellfahrzeuge werden beladen. Die ersten Briefe kamen gegen 7 Uhr auf Rosmart an: Standardbriefe, die für die jeweiligen Bezirke schon richtig nach Gangfolge – also so, wie der Zusteller später die Straßen abfährt und abläuft – sortiert ankommen.

In einem zweiten Schub kommen später andere Sendungen wie Zeitschriften oder Großbriefe. „Nicht alles ist maschinenfähig“, sagt Geerdes. Deswegen müssen diese von Hand sortiert werden. Dafür gibt es eine große Regalwand. Nummern an den Fächern zeigen den Bezirk an. Später schnappt sich jeder Zusteller seine Briefe und geht zur nächsten Station, um auch diese Sendungen nach Gangfolge geordnet in Kisten zu packen.

Yvonne Geerdes leitet den Zustellstützpunkt auf Rosmart, der vorher in Werdohl beheimatet war, mit aktuell 20 Verbundzustellbezirken, die sowohl die Paket- als auch die Brieflieferungen abdecken. Täglich werden von hier rund 12 000 Briefe und 1500 Pakete in Bezirke nach Werdohl und Herscheid gebracht.

Im ersten Briefeingang kommen Standardbriefe aus Hagen, die für die Bezirke sortiert sind. Die aus dem zweiten Eingang werden auf Rosmart in diesen Fächern nach Bezirken sortiert. Nicht alles ist maschinenfähig.
Im ersten Briefeingang kommen Standardbriefe aus Hagen, die für die Bezirke sortiert sind. Die aus dem zweiten Eingang werden auf Rosmart in diesen Fächern nach Bezirken sortiert. Nicht alles ist maschinenfähig. © Wiechowski, Jona

Als Leiterin hat Geerdes einen kleineren Bezirk mit rund 300 Haushalten, weil sie noch administrative Aufgaben zu erledigen hat. Normale Bezirke sind mit 500 bis 900 Haushalten deutlich größer. Der größte umfasst übrigens 970 Haushalte. Da bekommen natürlich nicht jeden Tag alle Post. „Meistens ist die Strecke in der Arbeitszeit gut zu schaffen“, so Geerdes. Im Winter, in Richtung Weihnachten, wenn die Kunden mehr bestellen würden, werde es manchmal nach hinten raus etwas länger.

Auch Geerdes ist Kombi-Zustellerin – liefert also Briefe und Pakete aus. 58 Paketsendungen sind es an diesem Mittwoch. Bevor die ins Zustellfahrzeug geladen werden, wird jede Sendung einzeln mit dem Handscanner eingescannt. So bekommen auch Kunden mit, dass ihre Sendung jetzt einen Schritt näher bei ihnen ist. Die Paketsendungen kommen übrigens nicht fertig sortiert auf Rosmart an. Das macht Geerdes beim Einräumen von Hand – und aus dem Kopf: Die einen Pakete räumt sie nach vorne, die anderen weiter hinten in den Wagen.

Bevor die Pakete in das Zustellfahrzeug geladen werden, werden sie einzeln mit dem Handscanner abgescannt. Wer seine Sendung verfolgt, bekommt diesen Schritt auch mit.
Bevor die Pakete in das Zustellfahrzeug geladen werden, werden sie einzeln mit dem Handscanner abgescannt. Wer seine Sendung verfolgt, bekommt diesen Schritt auch mit. © Wiechowski, Jona

Dann geht es los. Die ersten Adressen von Geerdes sind auf Werdohler Stadtgebiet. Nach der Hölzernen Klinke, geht es über Dösseln zur Straße „Am Großen Stück“. Die Strecke hat Geerdes im Kopf. Auf das Navigationssystem am Scanner kann sie verzichten. Wer anfängt, wird drei Wochen begleitet. „Die meisten Fahrer wissen nach ein, zwei Tagen ihre Route.“ Die von Geerdes hat rund 50 Kilometer Fahrstrecke mit vielen Einfamilienhäusern; vieles ist weit auseinander. Andere sind wesentlich kompakter, vielleicht zehn, elf Kilometer lang.

Sie stellt den Wagen am Rand ab, nimmt sich einen Stapel Briefe und beginnt mit einem ersten Gang an den Häusern vorbei, um die Briefe in die Briefkästen zu werfen. Dann fährt sie mit dem Wagen ein Stück weiter – und auch die erste Paketzustellung steht an. Der Kunde ist nicht zu Hause, hat aber – wie viele andere an diesem Tag – einen Ablageort angegeben, den Geerdes auf dem Scanner sehen kann. Mit einem Zettel im Briefkasten bestätigt sie, dass geliefert wurde.

Auf Geerdes’ Tour sind wenige Mehrfamilienhäuser.
Auf Geerdes’ Tour sind wenige Mehrfamilienhäuser. © Wiechowski, Jona

Weiter geht’s in Richtung Herscheid. Apropros gehen: Über den Tag verteilt gehen Zusteller viel. Zwölf bis 14 Kilometer kämen da gerne mal zusammen, sagt Geerdes, die am liebsten bei einer Temperatur von um die 15 Grad unterwegs sei, aber auch sagt: „Auch für Regen kann man sich richtig anziehen. Aber es muss nicht aus Kübeln schütten...“

Ihrem Job geht Geerdes gerne nach, die 2008 als Quereinsteigerin gestartet ist, später zur Teamleiterin aufstieg und seit zwei Jahren den Zustellstützpunkt leitet. „Ich liebe, was ich mache. Wer sonst hat so einen schönen Arbeitsplatz?“, fragt sie und schaut in den Herscheider Wald. Sie sehe viel, bewege sich, habe mit Menschen zu tun.

Das Zustellfahrzeug.
Das Zustellfahrzeug. © Wiechowski, Jona

Ein besonders skurriles Erlebnis ist ihr in all den Jahren nicht in Erinnerung geblieben – jedenfalls kein einzelnes, woran sie sich sofort erinnern würde. „Man sieht viel. Vieles ist einfach normal geworden.“

Die Kombizustellbasis auf Rosmart

Vor wenigen Monaten hat die Deutsche Post DHL Group ihre neue Kombizustellbasis auf Rosmart in Betrieb genommen. In weniger als einem Jahr ist auf dem 11 500 Quadratmeter großen Grundstück das Gebäude entstanden, das den Mitarbeitern auf einer Betriebsfläche von 1700 Quadratmetern mehr Platz bietet. Untergebracht sind hier einerseits die Zustellbasis mit 22 Paketzustellbezirken, die in Lüdenscheid (17), Werdohl (2) und Plettenberg (3) liegen und täglich insgesamt rund 4000 Lieferungen umfassen. Andererseits untergebracht ist auf Rosmart ein Zustellstützpunkt mit aktuell 20 so genannten Verbundzustellbezirken, die sowohl Paket-, als auch Brieflieferungen abdecken. Täglich rund 12 000 Briefe und 1500 Pakete werden von hier in Bezirke nach Werdohl (13) und Herscheid (7) gebracht. Ab 2023 soll dieser Bereich noch ausgeweitet werden – dann ziehen nämlich 14 weitere dieser Verbundzustellbezirke aus Lüdenscheid in das Gewerbegebiet, was das tägliche Aufkommen um rund 9000 Briefe und 1100 Pakete erhöht. Dann werden insgesamt rund 90 Mitarbeiter an der Kombi-Zustellbasis arbeiten.

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