Leukämie: Markthändlerin kämpft für kranken Bruder

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Vincenza Castrovinci an ihrem Stand auf dem Altenaer Wochenmarkt. Seit etwa einem Jahr kommt die 43-jährige Hagenerin regelmäßig in die Burgstadt, um Wurstspezialitäten zu verkaufen. –

ALTENA – Das Weihnachtsfest 2009 wird Vincenza Castrovinci so schnell nicht vergessen – da erfuhr sie, dass bei ihrem Bruder Salvatore Verdacht auf Leukämie besteht.

Seit sich dieser Verdacht bestätigt hat, überlegt die 43-Jährige, wie sie ihrem Bruder schnellstmöglich helfen kann. Rasch war klar, dass es nur einen Weg gibt: Salvatore braucht einen Stammzellen-Spender. Schnell wuchs der Plan, möglichst viele Menschen auf das Schicksal ihres Bruders aufmerksam zu machen und sie darum zu bitten, sich typisieren zu lassen. Vinzenza Castrovinci war eine der ersten, die sich testen ließ – mit dem Ergebnis, dass sie trotz der nahen Verwandtschaft nicht als Spenderin in Frage kommt. „Bei mir gibt es nur eine 50-prozentige Übereinstimmung“, berichtet die 43-Jährige. Sie weist auch darauf hin, dass entgegen einem verbreiteten Missverständnis das Rückenmark bei einer Stammzellenspende nicht angetastet wird. Viele Menschen hätten da unnötige Ängste.

Etliche Altenaer kennen die Frau aus Hagen mittlerweile – einmal wöchentlich kommt sie seit einem Jahr mit ihrem Verkaufswagen für Wurstspezialitäten zum Wochenmarkt. Jetzt wird an dem Stand auch auf die Kampagne aufmerksam gemacht, mit der sie das Leben ihres Bruders retten will. „Er braucht einen genetischen Zwilling“, berichtet die Frau bei einem Besuch in der Reaktion. Sollte dieser gefunden werden, bestünden Heilungschancen von 80 bis 90 Prozent, hat sie in Erfahrung gebracht.

Sowohl Vincenza Castrovinci als auch ihr Bruder Salvatore sind in Hagen aufgewachsen. Vor zwei Jahren jedoch, nach dem Tode des Vaters, hatte Salvatore Deutschland verlassen und war nach Italien gegangen, wo er sich mit einer Recycling-Werkstatt selbstständig gemach hat. – tk

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