Orden werden seltener

Die Grafik macht deutlich, wie die Zahl der Verleihungen in den vergangenen Jahren zurückging. - Quelle: Bundespräsidialamt

Altena - Eine Ehrung mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande ist im Rathaus an der Lüdenscheider Straße wohl „in der Pipeline“, wie man sagt. Unklar ist aber, wie hoch die Erfolgsaussichten sind.

Insgesamt aber sind die Zahlen der Auszeichnung mit dem „Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland“, wie das Ehrenzeichen offiziell heißt, seit geraumer Zeit rückläufig.

Die letzten Auszeichnungen in der Burgstadt waren an Lutz Vormann gegangen (2008) sowie 2003 an Hans Jürgen Hesse und Peter Wilhelm Bergmann, schließlich im Jahr 2002 Manfred Bierwirth, um nur einige beispielhaft zu nennen.

Eine Statistik des Bundespräsidialamtes sagt, dass die Zahl der Auszeichnungen seit dem Jahr 1991 zurückgegangen ist. Im vergangenen Jahr wurde der Orden danach 1318 mal vergeben. Zum Vergleich; Im Jahr 2008 gab es noch 2475 dieser Auszeichnungen. Sie wird vergeben in drei Klassen und neun Stufen, beginnend mit der Verdienstmedaille bis hin zur „Sonderstufe des Großkreuzes“, die allerdings Staatsoberhäuptern vorbehalten ist. Am verbreitetsten ist die Stufe „Verdienstkreuz am Bande.“

Im Rathaus gibt es Aufzeichnungen über die Verleihung des Ordens, die bis ins Jahr 1967 zurückreichen. Insgesamt wurden in Altena bislang 54 Personen mit dem Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet. Warum die Zahl der Auszeichnungen seit geraumer Zeit zurückgeht, darüber kann auch Bürgermeister Dr. Andreas Hollstein nur spekulieren. Vielleicht sei einer der Hauptgründe, dass nicht bekannt sei, dass grundsätzlich jeder das Recht habe, jemanden für eine solche Auszeichnung vorzuschlagen. Die richtige Adresse ist die Staatskanzlei des jeweiligen Bundeslandes. Tatsächlich aber sind Anregungen aus der Bevölkerung selten: In Nordrhein-Westfalen, dem bevölkerungsreichsten Bundesland, wurden im Schnitt der Jahre 2003 bis 2012 jährlich knapp 850 Verleihungen angeregt, von denen mehr als die Hälfte dann tatsächlich vollzogen wurden.

Im Stiftungserlass von 1951 werden die Voraussetzungen beschrieben: Der Verdienstorden werde „verliehen für Leistungen, die im Bereich der politischen, der wirtschaftlich-sozialen und der geistigen Arbeit dem Wiederaufbau dienen, und soll eine Auszeichnung all derer bedeuten, deren Wirken zum friedlichen Aufstieg der Bundesrepublik beiträgt.“

Der Bürgermeister erinnert in diesem Zusammenhang daran, dass andere Auszeichnungen, wie etwa der jährlich von der Stadt verliehene Bürgerpreis, in der Wertschätzung der Menschen mittlerweile einen ebenso hohen Stellenwert erlangt haben könnten.

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