Bücherei geht On-Leihe und verbreitert ihren Service

Der Internetzugang in der Bücherei ist bald kostenlos.

ALTENA - Die Bücherei wird nicht nur teurer, sie wird auch besser. Darauf wies Stefan Kemper während der Diskussion über die Erhöhung der Benutzungsgebühren hin.

Der Stadtkämmerer ließ durchblicken, dass die Gemeindeprüfungsanstalt bei ihrer Analyse der Stadtfinanzen die Ausgaben für die Stadtbücherei kritisch gesehen habe, weil sie für eine Stadt von der Größe Altenas sehr hoch sind. Deswegen sei bereits die bei der Bezirksregierung angesiedelte Fachberatung in Anspruch genommen worden – und das mit schnellem Ergebnis: Altena wird in Kürze dem Verbund „Onleihe Hellweg-Sauerland“ beitreten. Dabei handelt es sich um einen Zusamenschluss mehrerer Bücherei, die ihren Lesern übers Internet Zugriff auf e-books, Musikdateien und andere elektronische Medien ermöglichen. 12000 verschiedene Titel können vom Leser rund um die Uhr heruntergeladen und für einen Zeitraum von zwei Wochen genutzt werden – und das legal und vollkommen kostenlos.

Kostenlos geht‘s demnächst in der Stadtbücherei auch ins www. Die bisherige Gebührenpflicht für die Internetrechner werde abgeschafft, kündigte Kemper an.

Das ist nicht alles: Zusammen mit dem Förderverein bemühe man sich, die in den vergangenen Jahren immer weiter reduzierten Öffnungszeiten zu verbessern, sagte der Kämmerer und wies darauf hin, dass es in der Vergangenheit bereits gelungen sei, krankheitsbedingte Ausfälle durch den Einsatz von Ehrenamtlern und Ein-Euro-Kräften aufzufangen. Auch technische Mittel könnten dafür eingesetzt werden, zum Beispiel eine Videoüberwachung der oberen Etage. Bisher muss dort stets eine Aufsicht sitzen, was den Personalbedarf in die Höhe treibt.

Eher wage mutet eine weitere Idee zur Verbesserung der finanziellen Situation an: Die Bücherei soll nach Kooperationspartnern suchen, um einerseits mehr Menschen in das denkmalgeschützte Gebäude an der Marktstraße zu locken und andererseits höhere Einnahmen zu erzielen. Wie das konkret aussehen soll, blieb bei den Beratungen des Schul- und Sportausschusses aber unklar.

Sehr viel konkreter waren die Angaben von Antonius Gusik über die Nutzungsstatistik des Jahres 2011. Die Zahl der Neuanmeldungen ging im Vergleich zu 2010 um 15 Prozent zurück, die Zahl der Nutzer sank um fünf Prozent. Der Lesehunger der verbleibenden Büchereibesucher ist aber nahezu gleich geblieben. Die Zahl der Ausleihen sank lediglich um zwei Prozent.

Eine weitere Statistik stellte Rüdiger Schwerdt dem Ausschuss vor. Der Bereichsleiter für Schule und Sport hatte ermittelt, auf welche Schulen die Viertklässler gewechselt sind. Genau 154 Schüler verließen im Sommer die Altenaer Grundschulen. Davon geht gut ein Drittel aufs Gymnasium, wobei sich 55 Eltern für das Burggymnasium entschieden und nur ein Kind auf ein auswärtiges Gymnasium wechselte. 57 Altenaer Kinder besuchen die Sekundarschule. Bleiben 41 Kinder, die ihr fünftes Schuljahr außerhalb von Altena und Nachrodt absolvieren. 24 wechselten auf eine Gesamtschule, elf besuchen eine Real- und fünf eine Hauptschule. Ein Kind wechselte zur Neuenrader Waldorfschule.

von Thomas Bender

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