Lennestraße 2: Suche nach einer Lösung

Harun Cici vor dem Haus Lennestraße 2 in Altena.

ALTENA - Es ist vollbracht: Die Stadt hat in dieser Woche verbindlich mitgeteilt, dass sie ihr Vorkaufsrecht für das Haus Lennestraße 2 ausüben wird. Gleichzeitig ließ sie dem jetzigen Besitzer Harun Cici den Entwurf einer öffentlich-rechtlichen Vereinbarung zukommen, über die ab der kommenden Woche verhandelt werden soll. Wenn dabei mit Cici eine für die Stadt akzeptable Lösung über die Sanierung und die zukünftige Nutzung gefunden werde, könne auf das Vorkaufsrecht verzichtet werden, sagte Dr. Andreas Hollstein gestern.

Er habe sich ab einem gewissen Zeitpunkt aus den Gesprächen mit Cici herausgehalten, teilte der Bürgermeister weiter mit. Grund: Eine Zeit lang interessierten sich neben der grünen Ratsfrau Dr. Rita Rüth und der Berg-Stiftung auch Ewald Jungkurth und seine Tochter Sabine für das Objekt. Sabine Jungkurth ist Dr. Hollsteins Lebensgefährtin. Deshalb habe er den Vorgang an Uwe Krischer abgegeben, sagte Hollstein. Inzwischen interessiere sich seines Wissens keiner der drei mehr für das Haus.

Im Januar fanden die letzten Gespräche zwischen der Stadt, Cici und den oben genannten Interessenten statt – „ausdrücklich freuen“ würde er sich, wenn die Investoren zum Zuge kämen, hielt Uwe Krischer anschließend schriftlich fest. Das erweckt bei Cici den Verdacht, dass er um seine Maklercourtage gebracht werden soll.

Denn: Im Januar hätte der Makler eine Vermittlungsgebühr von knapp 5500 Euro erhalten, wenn einer der Interessenten das Haus gekauft hätte. Jetzt, nachdem er es selbst erworben hat, bekäme Cici von der Stadt lediglich den Preis, den er selbst bezahlt hat. Das sind 183 000 Euro. Eine der Interessentinnen habe schon im Jahr 2010 versucht, an ihm vorbei Verkaufsverhandlungen zu führen, ließ Cici durchblicken. Ein solches Verhalten ist unzulässig, wenn ein Makler eingeschaltet ist. Zwei Jahre lang habe er sich um den Verkauf des Hauses bemüht und entsprechend viel Aufwand betrieben, sagte Cici gestern. Hollstein kommentierte diese Befürchtungen mit dem Ausdruck „Quatsch“: Wenn man nicht mit Cici einig werde, dann werde die Stadt das Haus nicht weiterveräußern, sondern selbst umbauen.

Knackpunkt bei den Gesprächen werden unterschiedliche Ansichten über den Sanierungsbedarf sein. Cici verweist auf die solide Bausubstanz und sieht allenfalls Renovierungsbedarf, die Stadt spricht von „Sanierungsstau“ und hält umfassende Maßnahmen für erforderlich. ▪ Von Thomas Bender

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare