Lennestein: Es naht der letzte Akt...

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Armin Opitz (l.) überreichte einen Spendenscheck in Höhe von 300 Euro an Wilfried Ramsbott, Vorsitzender des Fördervereins St. Vinzenz-Krankenhaus. ▪

ALTENA ▪ „Wir fühlen uns dem Gemeinwohl verpflichtet“, sagte Armin Opitz vom Stammtisch Lennestein. Die Gemeinschaft feierte in diesem Jahr ihr 25-jähriges Jubiläum.

Am Festtag, so erinnerten sich die Mitglieder am Donnerstagabend, habe ein Sparschwein in der Mitte der „Tafel“ gestanden und auf „Futter“ gewartet. 300 Euro warfen die Stammtisch-Mitglieder im Stammlokal Haus Lennestein in das Sparschwein, ein Betrag, der gespendet werden sollte. Beim Förderverein des St. Vinzenz-Krankenhauses wird dieser Betrag gut aufgehoben sein, zeigten sich die Mitglieder überzeugt. Wilfried Ramsbott, Vorsitzender des Vinzenz-Fördervereins, bestätigte, dass das Interesse am St. Vinzenz-Krankenhaus wieder zunehme. „Die Bevölkerung nimmt wieder mehr Anteil.“

Auch wenn die Tage ihres Stammlokals gezählt sind, denken die Stammtischler noch lange nicht an eine Auflösung ihrer Gemeinschaft. „Es wird auf alle Fälle weiter gehen“, versichert Armin Opitz. Ein Stammtisch-Treffen soll es noch im Haus Lennestein geben, bevor das Haus aller Voraussicht nach schließen wird. „An diesem Abend wollen wir uns dann überlegen, wie es im Detail weitergehen wird“, so Opitz.

Diese Gruppe ist natürlich nicht die einzige, die das drohende Aus des Hauses trifft. Wie berichtet, hat die Eigentümerin des Saalbaus dem Ehepaar Hegener den Pachtvertrag gekündigt und sucht einen Käufer für die Immobilie – bisher erfolglos, was Insider auch auf einen erheblichen Investitionsstau zurückführen.

Also suchen viele Nutzer nach Alternativen. Der Sozialverband hat seine schon gefunden: Die Ortsgruppe Altena traf sich am Freitag zum letzten Mal im Lennestein, zukünftig will er in der Nachrodter Rastatt tagen. Die Friedrich-Wilhelms-Gesellschaft hatte Handlungsbedarf, weil sie nach dem Schützenfest im Lennestein ihre Generalversammlung durchzuführen pflegte. Außerhalb Altenas zu tagen komme nicht in Frage, teilte Hauptmann Klaus Knipping am Freitag mit – deshalb findet die Versammlung in diesem Jahr im Festsaal auf der Burg statt. Neben ihm steht im Innenstadtbereich jetzt nur noch der Saal im Hotel am Markt zur Verfügung. Allerdings mehren sich die Anzeichen, dass angesichts der Lage die Uhle wieder einen Pächter finden könnte.

Noch nicht entschieden hat sich das Freie Theater „Auf Draht“: Ihm schwebe zwar eine Lösung vor, sie sei aber noch nicht spruchreif, sagte dessen Vorsitzender Dietmar Vogt auf Anfrage. Deshalb beschränken er und seine Mitstreiter sich im Moment darauf, im Lennestein eingelagerte Requisiten abzutransportieren. Gelassen bleibt Tanzschul-Besitzer Olaf Diembeck: In den Sommerferien ruht der Betrieb bei ihm ohnehin.

Für den Fall, dass der Lennestein dann leer steht, habe er „längst schon eine Lösung im Köcher“. Bei der Stadt führt die drohende Schließung zu einer verstärkten Nachfrage nach der Burg Holtzbrinck, der Barbara Langos aber kaum nachkommen kann: Die Bürgerburg sei jetzt schon gut belegt, vor allem regelmäßig stattfindende Veranstaltungen bekomme sie kaum noch unter, sagte sie Kulturbeauftragte der Stadt. Hinzu komme, dass eine gewerbliche Nutzung der Burg Holtzbrinck nicht ohne weiteres möglich sei. ▪ sr/ben.-

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