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Lenne-Intercity wird langsam pünktlicher

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Von: Volker Heyn

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Seit etwas mehr als einem Jahr rollt die neu geschaffene Intercity-Linie 34 durch das Lennetal und hält auch in Sichtweite der Burg Altena. Nach großen Problemen nach dem Start ist die Bahn mit der zweiten Jahreshälfte zufriedener. Genaue Zahlen nennt sie aber nicht.
Seit etwas mehr als einem Jahr rollt die neu geschaffene Intercity-Linie 34 durch das Lennetal und hält auch in Sichtweite der Burg Altena. Nach großen Problemen nach dem Start ist die Bahn mit der zweiten Jahreshälfte zufriedener. Genaue Zahlen nennt sie aber nicht. © Krumm, Thomas

Jahre der Planung hatte es gebraucht, um den Intercity 34 zwischen Norddeich und Frankfurt mit Anbindungen nach Dortmund und Münster einzusetzen. Seit etwas mehr als einem Jahr fährt der Intercity auch durchs Lennetal, wo er im Zwei-Stunden-Rhythmus die Regionalbahn ersetzt.

Immer noch nicht ist die Bahn mit Zuverlässigkeit und Pünktlichkeit zufrieden, verweist aber darauf, dass es im zweiten Halbjahr sehr viel besser geworden sei.

Die Bilanz nach den ersten drei Monaten war richtig schlimm: Man werde noch viel daran arbeiten müssen, um den eigenen Vorstellungen vom Intercity-Betrieb zwischen Frankfurt über die Lenneschiene bis nach Münster beziehungsweise Dortmund zu entsprechen. Ungewohnt offen erklärte ein Bahn-Sprecher, dass es große Probleme mit Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit gebe. Das lag aber im Frühjahr 2022 nur zum Teil an der Bahn selbst: Die Corona-Pandemie und die schweren Beschädigungen an der Strecke durch Hochwasser, Starkregen und Flut im Juli waren schwierig zu bewältigen. Auch wenn die Strecke Ende 2021 aufwendig mit Gleisbettungsmaschinen erneuert wurde und sämtlicher verschlammter Schotter ausgetauscht wurde, gab es immer wieder Reparaturen an der Strecke.

Mittlerweile auf dem Weg der Besserung

Auf erneute Anfrage Anfang 2023 gab ein Bahn-Sprecher jetzt an, dass man sich auf dem Weg der Besserung befinde.

In der schriftlichen Stellungnahme heißt es: „Seit der zweiten Jahreshälfte 2022 zeigen die Maßnahmen einer extra eingesetzten Arbeitsgruppe erste Wirkung. Die Zuverlässigkeit hat sich verbessert, die Pünktlichkeitswerte der IC-Züge liegen seit Juli stabil über dem bundesweiten Durchschnitt. In den nächsten Monaten werden wir weiterhin intensiv an der Steigerung der Pünktlichkeitswerte arbeiten.“

Nachfrage ist weiterhin unterdurchschnittlich

Auf die Frage nach der Akzeptanz und Nachfrage der Linie durch Fahrgäste heißt es, ähnlich wie vor neun Monaten: „Die Nachfrage bei neu eingeführten Reiseangeboten entwickelt sich erfahrungsgemäß erst nach und nach. Im weiteren Jahresverlauf 2022 konnten wir vor allem im Herbst eine Belebung der Nachfrage feststellen, auch wenn das Auslastungsniveau noch unter den bundesweiten Werten vergleichbarer Linien abseits der Metropolen liegt. Für das aktuelle Jahr rechnen wir mit einem weiteren Nachfrageschub.“

Im Siegener Raum gab es im Sommer große Kritik an der Linie, die da gerade einmal sechs Monate fuhr. Mehrere Medien berichten von Verspätungen und Zugausfällen, vor allem im Raum Siegen, wo der Hauptbahnhof bisweilen nicht angefahren wurde. Reisende mussten oft frühere Züge nehmen, um ihre Anschlussverbindungen zu erreichen. Züge würden auch Frankfurt nicht erreichen und stattdessen bereits in Bad Nauheim wieder umkehren.

Kritik von vielen Seiten

In der Siegener Zeitung sprach man im Juni direkt von einem „Misserfolg“. Die Debatte über die damaligen Ausfälle und Verspätungen erreichte den politischen Raum im Siegerland, die Grünen mischten sich ein. Der Ortsverband bimmelte bereits das Totenglöckchen und fragte öffentlich, ob der IC34 „eingestampft“ werde. Kritik vom Verkehrsclub Deutschland (VCD) gab es auch, die war allerdings grundsätzlicherer Natur: Der Blick auf diese eine Strecke zeige im Kleinen das Problem der Deutschen Bahn, das diese auf ihrem gesamten Streckennetz habe. So liege die Pünktlichkeitsquote im gesamten Netz bei 70 Prozent, auf der IC-Linie 34 noch weit darunter.

Die Bahn ermittelt selbst genaue Pünktlichkeits-Quoten, kommuniziert sie aber nicht. Der Bahn-Sprecher erklärte auf Nachfrage, dass weitere Details nicht mitgeteilt würden. Orientierung verschafft ein Blick auf das Portal zugfinder.net. Dort liegt die Pünktlichkeitsquote des IC 34 bei 45 Prozent.

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