Lena von Gödeke nimmt ihre Arbeit auf

Lena von Gödeke bei der Arbeit. Es braucht viele Farbschichten, manchmal bis zu zehn, bis die Papierbögen die gewünschte „Holzmaserung“ aufweisen. Schon am Sonntag öffnet sie wegen „Lenne lebt“ erstmals die Ateliertür und zeigt einige Arbeiten Foto: Keim

Altena - Wenn es ans Schneiden geht, läuft Lena von Gödeke „auf Autopilot“, wie sie sagt. „Das kann ich stundenlang machen und bin danach herrlich entspannt“. Die neue Stipendiatin des Fördervereins Werkstatt hat jetzt das Kutscherhäuschen bezogen.

Von Gödeke ist 29 und stammt aus Duisburg. Derzeit beschäftigt sich die Stipendiatin vorwiegend mit Papierarbeiten in Öl- und Acrylfarben. Und mit Scherenschnitten. Scherenschnitte, die es auf Grund besonderer Techniken in sich haben.

Aus der Dekorationsmalerie stammt zum Beispiel die „faux bois“-Techninik, die täuschend echte Holzstrukturen möglich macht. Bis zu zehn Schichten Farbe trägt die Stipendiatin dann mit kundigem Pinselstrich auf. Es enstehen auf dem Zeichenpapier damit Oberflächen, die wie gewachsenes Wurzelholz aussehen oder wie bei einer anderen aktuellen Arbeit Fichtenholz in roter Lasur. Mit dem Cuttermesser werden dann mit sicherem Schnitt und ruhiger Hand Strukturen in die Papiervorlagen geschnitten, die den fertigem Werk einen feinen 3-D-Charakter verleihen. Bei einer Arbeit im Format 70 mal 100 Zentimeter dauert das Auschneiden dann schon einmal zwei ganze Tage - bis zu 20 Klingen werden dabei verschlissen.

Seit etwa 14 Tagen hat die 29-Jährige jetzt im Kutscherhäuschen Quartier bezogen. Zuvor war sie meistens nur tageweise in Altena. Jetzt aber stellt die kleine Immobilie am Rande des Holtzbrinck-Gartens „mein eigenes kleines Reich dar“, sagt Lena von Gödeke. Ein schönes „Basislager“ sei das, von wo aus sie Ausstellungen im hiesigen Raum beschicken kann. Sie zeigt sich fasziniert von der Topografie des Sauerlandes – „ich komme vom flachen Land, da liegt das nahe“ – und von alten Karten. Elemente, die sicher bald in Arbeiten einfließen würden, lässt die Stipendiatin durchblicken. Bis zum 30. Oktober, wenn sie ihre große Ausstellung in der Stadtgalerie eröffnet, ist noch genügend Raum. Für Hobbys dagegen hat die 29-Jährige keine Zeit: „Ich bin so glücklich, den ganzen Tag das zu tun, was ich am liebsten tue.“

Lena von Gödeke hat an den Kunstakademien Münster und Düsseldorf bei Prof. Michael van Ofen und Prof. Lucy McKenzie studiert. Anfangs ausschließlich Malerin, entwickelte sie eine Vorliebe für die oft großformatigen „Papercuts“, wie die Scherenschnitte auch genannt werden, die sie mit traditionellen Malereitechniken und Zeichnung kombiniert. Titel sind der Stipendiatin für ihre Arbeiten wichtig – aber sie müssen passen und wie die Bilder selbst am besten mehrere Bedeutungsebenen aufweisen. Die besten Ideen dazu kommen beim Musikhören. - von Thomas Keim

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