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Leitzinserhöhung: Für Altena wird es teurer

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Auch im Altenaer Rathaus macht sich die Leitzinserhöhung bemerkbar. Für einige Kredite muss die Stadt jetzt mehr Geld auf den Tisch legen.
Auch im Altenaer Rathaus macht sich die Leitzinserhöhung bemerkbar. Für einige Kredite muss die Stadt jetzt mehr Geld auf den Tisch legen. © Jona Wiechowski

Die Leitzinserhöhung durch die Europäische Zentralbank (EZB) kostet viele Kommunen richtig Geld, weil sie für einen Teil ihrer Kredite mehr zahlen müssen – das ist in Altena nicht anders.

„Die Belastungen für den Haushalt nehmen deutlich zu“, sagt Kämmerer Stefan Kemper auf Nachfrage der Redaktion.

Im Gespräch erklärt Kemper mit Blick auf die Entscheidung der Europäischen Zentralbank: „Überrascht hat mich das nicht.“ Das gelte auch für die Anhebung um gleich 0,5 Prozentpunkte (siehe Infobox); zunächst waren 0,25 Prozentpunkte angekündigt worden. Das sei vielleicht etwas vorgezogen, an sich aber erwartbar gewesen – zumindest aktuell. Vor drei oder sechs Monaten hätte das noch anders ausgesehen, sagte Kemper. Da seien die Kriegseinflüsse noch nicht in der Form vorhanden gewesen und es herrschte weitgehend die Annahme, die Inflation sei nur vorübergehend.

Kemper: „Schritt war überfällig“

Grundsätzlich teile der Kämmerer deshalb die Einschätzung von Sparkassen-Vorstand Kai Hagen, sagt: „Dieser Schritt war überfällig.“ Kai Hagen hatte zuletzt erklärt: „Die EZB hat bereits viel zu lange gewartet. Die Zinserhöhung ist zwar das richtige Signal, aber es ist viel Zeit verschenkt worden.“

Konkret heißt die Entwicklung für die Stadt Altena, dass einige Kredite nun teurer werden. Der Kämmerer macht das an einem Beispiel deutlich. Im laufenden Jahr habe die Stadt ein Kreditaufnahmevolumen von 5 Millionen Euro. Kostete das vorher zwischen 0 und 1 Prozent im Jahr an Zinsen, würden jetzt zwischen 2 und 2,5 Prozent fällig – eine deutliche Steigerung. Historisch gesehen seien die Zinsen zwar immer noch günstig – nicht aber im Vergleich zu den vergangenen acht bis zehn Jahren. Vorbei seien jetzt jedenfalls auch die „verrückten Zeiten“ von Zinsgutschriften. Die kurzfristige Geldaufnahme müsse wesentlich mehr gesteuert werden. Unterstützt wird die Stadt durch professionelles Kreditmanagement.

Mehrkosten betreffen Gesamthaushalt

Die Kosten, die durch die Leitzinserhöhung entstehen, stünden in keinem direkten Bezug zu Einsparungen in einem bestimmten Bereich, sondern würden sich auf den Gesamthaushalt beziehen, so Stefan Kemper, der noch keine genauen Zahlen nennen kann.

Der Leitzins

Der Leitzins ist der Zinssatz, zu dem sich Geschäftsbanken Geld bei einer Zentralbank leihen beziehungsweise es dort anlegen können – und das ist nun teurer geworden. In der vergangenen Woche, am 21. Juli, hat Christine Lagarde, Chefin der Europäischen Zentralbank (EZB), die Erhöhung des Leitzinses auf 0,5 Prozent bekannt gegeben – die erste Erhöhung seit elf Jahren. Seit März 2016 hatte der Leitzins im Euroraum bei 0 Prozent gelegen. Während Kredite teurer werden, dürften fürs klassische Sparen wieder Zinsen abfallen – angesichts der Rekord-Inflation bleibt der Realzins, also der Zinsertrag, der sich unter Berücksichtigung der Inflations- oder Deflationsrate ergibt, aber weiterhin deutlich negativ. Im Juni hatte die Inflationsrate deutschlandweit bei rund 7,5 Prozent gelegen. 100 Euro haben damit nach einem Jahr nur noch eine Kaufkraft von 92,50 Euro.

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