Lehrwerkstatt verlässt Altena

Auch Facharbeiter haben Chancen, sich bei der Ausbildungsgesellschaft fortbilden zu lassen.

ALTENA - Die Ausbildungsgesellschaft Mittel-Lenne GmbH, die zum Märkischen Arbeitgeberverband gehört, verlässt mit ihrer Lehrwerkstatt die Burgstadt. Bereits in zwei Jahren will sie den alten Bahnhof in Letmathe mit neuem Leben füllen – bis dahin läuft in der Ausbildungsstätte am Winkelsen 15 aber alles ganz normal weiter.

Die Pläne, die nach monatelanger Prüfung und Beratung jetzt vom Vorstand des Märkischen Arbeitgeberverbandes gefasst wurden, sind unumstößlich. „Altena ist für uns einfach auf Grund der demografischen Entwicklung nicht mehr zu halten“, bestätigte auf Anfrage der Geschäftsführer der Einrichtung, Andreas Weber.

Er sieht im geplanten Umzug aber kein großes Problem für die jungen Leute, die hier aus- und fortgebildet werden. „Unser neuer Standort liegt gerade einmal viereinhalb Minuten von Altena weg. Die Bus- und Bahnverbindungen sind sehr gut. Das dürfte keine Probleme geben“, sagt er.

Dass die Wirtschaft zur Zeit gut läuft, bestätigt der Fachmann zwar gerne, „doch ein Bildungsträger wie wir hat davon in der Regel nichts.“ Allerdings ist noch nicht entschieden, ob der Arbeitgeberverband den alten Bahnhof Letmathe kauft oder anmietet. „Wir befinden uns in Verhandlungen mit der Stadt Iserlohn“, so Weber.

Noch einmal unterstrich der Geschäftsführer, dass es den örtlichen Firmen, die in allen Leitungsgremien des Arbeitgeberverbandes vertreten seien, wichtig war, „dass Altena bedient wird. Für uns ausschlaggebend war, dass viele Auszubildende in Iserlohn oder Letmathe beschult werden. Das hat uns die Entscheidung für den neuen Standort zusätzlich erleichtert.“

Für die Gebäude am Winkelsen 15 sucht die Ausbildungsgesellschaft Mittel-Lenne Käufer oder Mieter. Es handelt sich dabei, und da schwingt schon ein bisschen Stolz in der Stimme von Andreas Weber mit, „immerhin um die älteste Ausbildungsgesellschaft der Republik. Den Anstoß gaben 1927 drei Altenaer Firmen“, blickt er zurück. Hier werden seit Jahrzehnten Azubis aus Altena vom ersten Ausbildungsjahr bis zur Facharbeiterprüfung geschult und ausgebildet. Die Einrichtung bietet aber auch Facharbeitern und Nichtfacharbeitern viele Möglichkeiten zur Anpassungs- und Aufstiegsqualifizierung. Dabei arbeitet die Ausbildungsgesellschaft eng mit der Agentur für Arbeit, der Arge, den Versorgungsämtern, dem Wirtschaftsministerium NRW sowie mit der Agentur Mark in Hagen und der Europäischen Union zusammen. Vor Ort werden im Schnitt ständig 100 junge Leute betreut. Dafür zuständig sindfünf Meister und Techniker im gewerblich-technischen Bereich und drei Angestellte in der Verwaltung. „Alle Mitarbeiter ziehen mit nach Letmathe um.“

Am Winkelsen hätte der Verband über kurz oder lang viel Geld in die Hand nehmen müssen, um Sanierungen vorzunehmen. Dieses Geld werde man jetzt in An- und Umbauten in Letmathe stecken. Der Ableger der Ausbildungsgesellschaft in Plettenberg ist von den Umzugsplänen unberührt. „Plettenberg bleibt, wir wollten uns aber auch nicht allein auf diesen Standort zurückziehen.“

von Johannes Bonnekoh

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