Leerstände in Altena: Mieter haben gute Karten

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Leere Wohnungsscheiben, leere Kellerfenster: Alltag in Altena.

ALTENA - Mehr als 1100 Mietwohnungen stehen in Altena leer. Das ist eines der Ergebnisse von Zensus, der jetzt abgeschlossenen Volkszählung. Das ist einerseits bedauerlich, andererseits für Mieter aber ein Zustand, der sie jubilieren lassen müsste.

Diese Einschätzung teilen übereinstimmend Joachim Effertz, Vorstand der Altenaer Baugesellschaft (ABG) und die Makler Dan Ossenberg-Engels und Friedrich Wilhelm Kraus. „Die Mieten sind in Altena seit Jahren extrem niedrig. Immer wieder ziehen deshalb Personen, zum Beispiel aus dem Raum Hagen, hierher“, ist eine der Erfahrungen von Joachim Effertz, ABG. „Da lohnt sich das Pendeln“, hat er festgestellt und nennt vier Maßnahmen, wie die Gesellschaft aktuell dem Leerstand von stadtweit mehr als zehn Prozent begegnet.

1. Haus-Abriss

2. Haus-Verkauf

3. Modernisierung und

4. Optimierte Vermietung.

Effertz’ Gesellschaft bietet etwa für Studierende oder Personen in Berufsausbildung besondere Miet-Angebote an. Mit unter vier Euro Kaltmiete pro Quadratmeter sei man „außergewöhnlich günstig.“ Das könne nur der Markt in Werdohl noch toppen.

Vieles gehe bei Mietwohnungsvermittlungen nur über den Preis, sagt Dan Ossenberg-Engels. Für ihn ist häufig die Lage einer Wohnung das größte Vermietungshindernis. Er attestiert der ABG, den richtigen Weg zu beschreiten und ist zum Beispiel dankbar für zahlreiche Wohnumfeldverbesserungen, die die Gesellschaft zuletzt am Breitenhagen oder am Knerling durchgeführt hat. Das Mietzinsniveau liege in seinem Unternehmen zurzeit bei rund vier bis 4,50 Euro/Quadratmeter. Das sei sehr günstig und bereits seit Jahren so.

Für Friedrich Wilhelm Kraus ist der Leerstand in der Stadt „wirklich ein Problem“. Bei der Vermittlung einer Wohnung werde immer ein guter Mieter, ein solventer Partner gesucht. „Das ist nicht so einfach“, sagt Kraus. Im eigenen Wohnungsbestand „haben wir überall gute Leute in den Wohnungen, das ist schon ein Glücksfall“ und unterschwellig kommt durch, dass er niemandem eine Mietspartei vermitteln möchte, die später vielleicht Ärger bereitet oder den Mietzins schuldig bleibt.

Kraus, aber auch Ossenberg-Engels und ABG-Chef Effertz, sind sich einig, dass Altena attraktiv für das Wohnen im Grünen ist. Interessant bei allen dreien: Größere Wohnungen gibt es bei ihnen allen günstiger als kleine.

von Johannes Bonnekoh

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