Leere Läden: Nun tut sich was in Altenas Innenstadt

Früheres Schuhhaus Hüttemeister in Altenas Innenstadt
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Ins frühere Schuhhaus Hüttemeister in Altenas Innenstadt soll bald wieder Leben einziehen.

Es rührt sich was in Altenas Innenstadt. Wo derzeit viele leere Läden für Tristesse sorgen, soll bald wieder Leben einziehen - von Rittern bis zu Regionalem.

Altena – Im Stadtzentrum regiert angesichts des anhaltenden Lockdowns weiterhin Tristesse. Fakt aber ist: Hinter den Kulissen herrscht reichlich Bewegung, die Innenstadt soll belebt und der Leerstand vertrieben werden. Und es gibt erste Erfolge.

Hinter den Schaufenstern des ehemaligen Schuhhauses Hüttemeister an der Lennestraße 69 könnte bald wieder das Licht angehen. Karlheinz Turner, der an der Lennestraße 71 das Fachgeschäft „Geschenkideen Turner“ betreibt, wird – so ist es jedenfalls geplant – mit seinem Geschäft in das ehemalige Schuhhaus Hüttemeister umziehen. Das bestätigte der Unternehmer im Gespräch mit unserer Zeitung. Er sei in sehr guten Gesprächen mit der Stadt, bei der die Förderung zur Innenstadtrettung gestartet ist.

Förderprogramm für Innenstädte: 55.000 Euro bewilligt

Zum Hintergrund: Das NRW-Heimatministerium hat der Stadt Altena Geld aus dem „Sofortprogramm Innenstadt“ zur Verfügung gestellt. Die von Leerstand und Schließungen betroffenen Städte und Gemeinden sollen unter dem Dach der Landesinitiative „Zukunft. Innenstadt. Nordrhein-Westfalen.“ mit diesem Sonderprogramm finanziell unterstützt werden.

Das „Sofortprogramm Innenstadt“ umfasst vier Interventionsfelder. Von diesen hat die Stadt Altena Fördergelder für den Verfügungsfond „Anmietung“ beantragt. „Circa 55 000 Euro sind bereits bewilligt worden. Wir haben aber einen Antrag gestellt, um die Fördersumme zu erhöhen“, sagt die städtische Wirtschaftsförderin Sara Schmidt.

Leere Ladenlokale anmieten

„Fördergegenstand ist die Anmietung von leer stehenden Ladenlokalen und Räumen für Gastronomie und Verpflegung und deren Weitervermietung zu einer reduzierten Miete für einen Zeitraum von maximal zwei Jahren à la ‘Pop-Up’. In puncto Nutzung stehen besonders frequenzbringende Angebote im Fokus, wie beispielsweise Einzelhandel (Pop-Up-Stores) und Gastronomie, Dienstleistungsgewerbe mit Publikumsverkehr.

Direktverkauf landwirtschaftlicher Produkte, neue Angebote von Lieferservices/Verteilstationen, Showrooms des regionalen Online-Handels, kulturwirtschaftliche oder bürgerschaftliche Nutzungen, Bildungsangebote und Kinderbetreuung, Nutzungen zur Ermöglichung von neuen Mobilitätslösungen (zum Beispiel Fahrradabstellflächen mit E-Ladestationen)“, teilte die Stadt mit.

Viele Akteure sollen an einem Strang ziehen

„Die Fördermittel ermöglichen einen Handlungsspielraum, um für Altena konstruktiv nach Möglichkeiten zu suchen, hohen Leerständen sowie dem Wandel im Handel begegnen zu können“, so Bürgermeister Uwe Kober. Zusammen mit Wirtschaftsförderin Sara Schmidt hofft das Stadtoberhaupt nun auf eine intensive Zusammenarbeit mit allen Akteuren, die sich für die Innenstadt engagieren.

Zu diesen Akteuren zählen neben Eigentümern von Einzelhandels- und Gastronomie-Immobilien und Interessenten auch der Stadtmarketingverein, ehrenamtlich Engagierte, Kulturschaffende und die kommunale Stadtplanung, heißt es aus dem Rathaus.

Ritter-Shop in der Innenstadt

Karlheinz Turner, der bereits im Rahmen der Altenaer Wintermeile im Advent 2020 seine Waren im 110 Quadratmeter großen Erdgeschoss des ehemaligen Schuhhauses Hüttemeister angeboten hatte, freut sich sehr, dass diese Förderung angelaufen ist und die vom Leerstand betroffene Altenaer Innenstadt von der Landesinitiative „Zukunft. Innenstadt. Nordrhein-Westfalen.“ finanziell unterstützt wird. Turner, der noch ein Ladenbau-Geschäft in Hagen betreibt und im Bezug auf den Ladenbau von einer „guten Auftragslage“ spricht, möchte nun investieren in den Umbau des Ladenlokals Lennestraße 69, in dem einst Schuhe verkauft wurden.

Und was passiert mit dem bisherigen Standort von „Geschenkideen Turner“ nur ein paar Meter nebenan? „Dort wird es einen Altenaer Ritter-Shop geben, um den sich mein Sohn kümmern wird“, betont Karlheinz Turner. Eine Leerstands-Verschiebung wird es also nicht geben.

Kaffee- und Tee-Spezialitäten in neuem Ladenlokal

In einem weiteren Ladenlokal an der Lennestraße soll demnächst ebenfalls der Leerstand vertrieben werden. Christiane Haupt vom Stadtmarketingverein plant, im Stadtzentrum ausgewählte und hochwertige Kaffee- und Teespezialitäten anzubieten. Die Entscheidung darüber, in welches Ladenlokal sie einziehen wird, war am Montag noch nicht final getroffen, einen Termin mit Wirtschaftsförderin Sara Schmidt wird es noch geben.

Christiane Haupt aber freut sich schon sehr auf ihr zukünftiges Geschäft. „Es tut sich was in Altena – das ist wichtig für die Stadt. Die Entscheidung, ein Geschäft zu eröffnen, wird einem mit der Förderung leichter gemacht. Natürlich gibt es immer ein finanzielles Risiko, aber durch die Förderung geht man ein geringeres Risiko ein“, so Haupt.

Gasthof Spelsberg mit regionalen Gerichten in der Innenstadt

Und noch einmal Lennestraße: Im Ladenlokal des Hauses Lennestraße 26 hatte der Gasthof Spelsberg in einem der „Advents-Pop-Ups“ unter anderem verpackte regionale Gerichte wie Potthucke und Wildgulasch zum Mitnehmen angeboten. Das Angebot wurde trotz der schwierigen Corona-Situation sehr gut angenommen.

So gut sogar, dass der Gasthof Spelsberg nun für die nächsten zwei Jahre – vielleicht ja auch länger – im Rahmen des Förderprogramms das Ladenlokal Lennestraße 26 zusätzlich beziehen wird. „Geplant ist die Eröffnung am 1. März – wenn Corona uns lässt“, sagt Juniorchef Kai Spelsberg. Angeboten werden sollen erneut regionale Gerichte zum Mitnehmen aus dem Hause Spelsberg, aber auch regionale Getränke sowie sauerländische Merchandise-Artikel.

Wintermeile tritt Welle der Ideen los

„Ohne die Wintermeile und die Pop-Ups“ wäre man wohl „nicht auf die Idee gekommen“, mal ein Ladengeschäft in der Altenaer Innenstadt zu betreiben, meint Kai Spelsberg. Weil aber die Wintermeile aus seiner Sicht ein Erfolg war und das Förderprogramm attraktiv sei, geht Spelsberg diesen Weg der Innenstadtbelebung mit. Die Renovierungsarbeiten – neue Böden, neuer Anstrich, neue Beleuchtung“ sind bereits in vollem Gange.

„Ich freue mich sehr, dass es eine Belebung der Innenstadt gibt und auch die Wintermeile dazu beigetragen hat, das Interesse von Händlern und Gastronomen zu wecken“, sagte Alexander Schmitz, Vorsitzender des Altenaer Stadtmarketingvereins. Interessierte Einzelhändler oder Gastronomen wenden sich an die kommunale Wirtschaftsförderin Sara Schmidt. Entweder unter Telefon 0 23 52/20 92 95 oder per E-Mail an s.schmidt@altena.de.

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