Bestatter Rüdiger Hegenscheidt zu Gast im Trauercafé Momo

Bestatter: Das sollten Sie über Begräbnisse wissen

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Bestatter Rüdiger Hegenscheidt beantwortete am Samstag alle Fragen rund um das Thema Beerdigung

Altena - Auf dem letzten Weg, da darf ruhig gelacht werden. Eine Beerdigung, die die eigene Persönlichkeit unterstreicht, ist heute sogar ausdrücklich erwünscht, weiß Bestatter Rüdiger Hegenscheidt. Er war am Samstag Gast im Trauercafé Momo, wo in lockerer Atmosphäre die Fragen gestellt werden konnten, die man nach dem Tod nicht mehr selbst stellen kann.

Am Anfang des Endes steht ganz oft der Hausarzt. Wenn er da war und den Totenschein ausgestellt hat, kommt der Bestatter ins Haus und bespricht sämtliche Formalitäten mit den Angehörigen. Erd-, Feuer- und Seebestattungen sind in Deutschland möglich. „Die letzte Ruhe in der Urne boomt“, weiß der Bestatter. „Noch vor 25 Jahren waren Feuerbestattungen insbesondere für Katholiken ein Tabu-Thema. Heute sind sie oft erste Wahl.

Aber auch die Seebestattung ist in Altena recht beliebt. In 15 Prozent unserer Bestattungsfälle wird die Urne zur See überführt. Oft, wenn ein Marinekamerad stirbt.“ Wenn die letzten Wünsche schon zu Lebzeiten geäußert wurden, fällt es Angehörigen und auch dem Bestatter leichter, eine Form der letzten Ruhe und auch der Trauerfeiergestaltung zu finden. „Drüber sprechen lohnt sich - auch, wenn es unangenehm sein mag.“

Geld ist immer wieder ein leidiges Thema im Trauerfall. „Muss es aber nicht sein. Man kann zu Lebzeiten seine Beerdigungskosten auf ein Treuhandkonto beim Deutschen Bestatterverband einzahlen, dass selbst in Notzeiten nicht gepfändet werden kann“, zählte Hegenscheidt nur eine Option auf. Die zweite sei der Abschluss einer Sterbegeldversicherung, die je nach Tarif ausreichend Geld auszahlt, um die Kosten zu decken. „Das spart Angehörigen Streit und Kummer. Es ist ja längst nicht mehr so, dass heutzutage sämtliche Familien zusammenbleiben und die bestattungspflichtigen Erben den Angehörigen als liebevollen Vater erlebt haben, dem sie jetzt eine liebevolle Trauerfeier und ein feines Grab spendieren möchten.“

Sehr sehr selten hat Rüdiger Hegenscheidt in seiner Jahrzehnte andauernden Laufbahn erlebt, dass ein Verstorbener seinen Körper zu Forschungszwecken spenden wollte. Dagegen häuften sich heutzutage besondere Wünsche, wie eine Diamantbestattung. Das Pressen der Asche, bis sie zu Kohle und schließlich zu einem Diamanten wird, ist in Deutschland aber nicht legal. „Wir bieten so etwas auch nicht an“, erklärte der Mitinhaber des Bestattungsinstituts Draheim. Unproblematisch sei aber die Bestattung auf einem konfessionsfremden Friedhof. „In Altena darf jeder zur Ruhe kommen, wo er möchte.“

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