Willi Walter feiert am 13. September 2018 einen stattlichen Geburtstag

100 Lebensjahre mit Schutzengel verbracht

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Willi Walter wird heute 100. Zum Gratulieren kommen auch seine Freunde vom Seniorenkreis „Gute Laune“.

Altena - Wie ein 100-jähriger wirkt Willi Walter wahrlich nicht, obwohl er schwört, noch nie im Leben eine Hautcreme benutzt zu haben. Richtig beeindrucken kann der Rahmeder aber mit seinem scharfen Verstand und seinem brillanten Gedächtnis. „Das liegt daran, dass ich Tagebuch führe“, erklärt der Altersjubilar, der heute, 13. September,  seinen ersten dreistelligen Geburtstag feiert.

Unzählige Bände hat er handschriftlich vollgeschrieben und aktuell ergänzt er die bislang fehlenden Jahre. Gefüllt sind sie mit einem aufregenden Leben - „und das wurde immer von einem guten Schutzengel begleitet“, betont Willi Walter. Angefangen hat alles vor 100 Jahren in Crange, wo die berühmte Kirmes steht.

Umzug nach Wanne

Ein Umzug nach Wanne folgte, dann der Besuch der Volks- und der staatlichen Aufbauschule. Die Deutsche Reichsbahn bildete ihn anschließend zum Schlosser aus. „Die Essener Ingenieurschule musste ich nach drei Semestern unterbrechen, denn an Heiligabend 1939 wurde ich in den Krieg eingezogen“, schildert der Altenaer den Beginn schlimmer und prägender Jahre, die im Fliegerausbildungsregiment Brandenburg begannen. Am ersten Osterfeiertag, Willi Walter war in der Luftkriegsschule Fürstenfeldbruck stationiert, begegnete ihm eine junge Frau namens Margarete Schlager, die er am 5. Februar 1944 ehelichte und die im selben Jahr Tochter Gerda zur Welt brachte. Willi Walter, der im Kriegsdienst sämtliche Luftführerscheine gemacht hatte, flog insgesamt drei große Maschinentypen. Zwei Mal wurde er abgeschossen, „beide Male ist der Schutzengel mitgeflogen und hat mich auf eine Rollbahn gelenkt“, erinnert er sich.

Zwei mal mit dem Flugzeug abgestürzt

Nach Auflösung der Staffel zum Kriegsende folgte eine lange Zeit der Gefangenschaft, die erst am 12. September 1949 nach Arbeitsdienst in der Ukraine und in Kasachstan beendet wurde. Bis zu seiner Heimkehr wussten Frau und Tochter nicht, dass er überlebt hatte. Bevor die wiedervereinte Familie ins Sauerland zog, beendete Willi Walter sein Ingenieurstudium in Essen und trat eine Stelle bei Firma Mayweg in der Rahmede an, die nie per Arbeitsvertrag, sondern ausschließlich per Handschlag besiegelt worden war. Nach acht Jahren kam Sohn Dietmar zur Welt, sesshaft wurde die Familie nach einer Station in der Rotenschlade in der Straße Am Hellen Hahn.

Nachbarn  kommen

Dort kommen heute auch die Nachbarn zum Gratulieren vorbei und am Nachmittag feiern die Freunde vom Seniorenkreis „Gute Laune“ mit Willi Walter, der seit zehn Jahren verwitwet ist. Die Familie kommt ein paar Tage später zusammen. Zwei Kinder, zwei Enkel, fünf Urenkel - langweilig wird es Willi Walter nicht. Bis vor wenigen Jahren hat er noch ausgedehnte Wandertouren gemacht und ist leidenschaftlich gern Ski gefahren. „Das geht mit 100 nicht mehr so gut, aber ich unternehme immer noch gerne was!“, erklärt der Senior. Zudem ist sein Tagebuchprojekt noch nicht beendet. „Ich möchte noch ein paar Jahre“, erklärt er lachend.

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