Nach zwei Jahren liegen den Vereinsmitgliedern zu wenig Ergebnisse vor

Leader-Euphorie ist ins Stocken geraten

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Altena ist im Verein gut vertreten, unter anderem mit Roland Balkenhol, Thomas Schmitz und Andreas Schmale.

Altena - Leader hat viele Hoffnungen geweckt, aber auch bereits die ersten Enttäuschungen verursacht. Das äußerten Mitglieder des „Verein für Regionalentwicklung Region LenneSchiene e.V.“ am Donnerstag, 19. Januar,  im Rahmen der Mitgliederversammlung. Es sind auch die komplizierten Statuten, die Verunsicherung befeuern.

Silke Erdmann (l.) und Kathrin Hartwig kümmern sich vom Nachrodter Amtshaus aus um das Regionalmanagement.

Für Ideengeber, die sich insbesondere auf neue Bauprojekte gefreut hatten, war es ein Schlag ins Gesicht, als die EU als Geldgeber die Zuschüsse für Bauprojekte wieder aus ihrem Reglement herausnahm. „Gleichzeitig sicherte sich eine Kommune eine sechsstellige Summe aus dem Fördertopf für einen Anbau an ihre Stadtbücherei. Das kann ja wohl nicht sein!“ Matthias Schröder, Schatzmeister im Verein, kennt diese Problematik: „Anträge müssen sehr genau formuliert sein und die Regeln sind auch recht streng.“ Für bereits begonnene Projekte zum Beispiel gibt es keine Förderung, reine Sanierungsobjekte werden auch nicht unterstützt. Schwierig für Initiativen, die zum Beispiel ihr schönes Dorfdenkmal wieder auf Vordermann bringen wollen und damit womöglich schon begonnen haben. Hinzukommt die recht komplizierte Hierarchie der Entscheidungsgremien: Nicht der für die Lenneschiene zuständige Verein allein kann darüber bestimmen, was förderungswürdig ist. Er reicht die Projekte in einen Entscheidergremium. Erst, was hier für gut befunden wird, landet auf dem Schreibtisch der Bezirksregierung. Vielleicht ist auch jene Struktur für den aufgekommenen Unmut verantwortlich: „Zwei Jahre sind wir jetzt mit Leader beschäftigt und zu sehen ist bislang nicht viel!“ tönte es am Donnerstag in der Burg Holtzbrinck, wo die Regionalmanagerinnen Silke Erdmann und Kathrin Hartwig nach der Mitgliederversammlung zu einer offenen Gesprächsrunde einluden. Zu der waren auch Leader-Anfänger eingeladen, doch außer Vereinsmitgliedern hatten sich keine neuen Gesichter dazugesellt. „Wir brauchen mehr Öffentlichkeitsarbeit!“ war deshalb einhellige Meinung. Dass mit Silke Erdmann und Kathrin Hartwig Unterstützerinnen vor Ort sind, die Vereinen, Institutionen und Privatpersonen bei der Beantragung von Fördergeldern und der Umsetzung von Projekten behilflich sind, ist offenbar noch nicht bekannt genug in der Leader-Region Lenneschiene. Aktuell berichten die beiden Regionalmanagerinnen von sechs Projekten im Leader-Entscheidungsgremium, zwei weitere sind in der Planungsphase. Das Duo - ansässig im Amtshaus Nachrodt - ist auch Bindeglied zwischen Region und Bezirksregierung: „Leader braucht viel Netzwerkarbeit“, erklärt Silke Erdmann. Sie setzt aber auch auf die Synergie-Effekte, die durch enge Zusammenarbeit der Kommunen an der Lenneschiene entstehen können: „Aktuell arbeiten wir an Projekten zur Erleichterung ehrenamtlicher Arbeit“, nennt sie als Beispiel. „Und das ist nur ein Beispiel, bei dem Komunen voneinander profitieren können.“

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