Bereitschaft zum Verzicht auf CDU-Vorsitz

Laschets Rückzug: CDU-Basis sehr gespalten

Laschet
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Armin Laschet erklärt sich bereit, auf den CDU-Vorsitz zu verzichten. Das löst sehr unterschiedliche Reaktionen an der Basis aus.

Politik kann ein gnadenloses Geschäft sein. Das muss gerade CDU-Chef und NRWs Ministerpräsident Armin Laschet erleben. Er kündigt an, auf den CDU-Vorsitz verzichten zu wollen. Das stößt an der Basis auf sehr unterschiedliche Reaktionen.

Altena/Nachrodt – „Verlierer haben immer einen schweren Stand“, sagt Dirk Siebecke, Vorsitzender der CDU in Altena. Doch während er glaubt, dass Armin Laschet nicht allein die Niederlage bei der Bundestagswahl zu verantworten hat, sieht dies Stefan Herbel, Kreistagsabgeordneter und Vorstandsmitglied im CDU-Gemeindeverband Nachrodt-Wiblingwerde, ganz anders: „Er trägt den größten Teil des Debakels.“

Stefan Herbel, CDU-Kreistagsabgeordneter

So oder so wird Armin Laschet von seinen eigenen Parteifreunden gerade vernichtet. „Wer nicht gewinnt, muss gehen. Das kann man beklagen, das ist aber immer so“, sagt Stefan Herbel. Das sei auch bei allen anderen Parteien nicht anders. Und er möchte betonen: „Nicht Scholz ist als Kanzlerkandidat gewählt worden, sondern ganz bewusst ein Kandidat, der nicht Armin Laschet heißt.“ Dass Armin Laschet Haltung bewahrt und „nicht einfach die Brocken hinwirft“, findet Dirk Siebecke gut – und auch, wie er die Nachfolge in NRW geregelt hat.

Stefan Herbel: „Es muss personellen Umbruch geben“

„Das hat er geräuschlos gemacht und das ist im Grunde sein Markenzeichen.“ Dass Hendrik Wüst neuer Ministerpräsident, CDU-Landeschef und Spitzenkandidat in NRW werden soll, befürwortet Dirk Siebecke ebenso wie Stefan Herbel. „Da hat Armin Laschet mit am Tisch gesessen und versucht, das Beste für die CDU NRW herauszuholen“, sagt der Kreistagsabgeordnete. Aber für ihn ist Armin Laschet bald nur noch ein normaler Bundestagsabgeordneter.

Dirk Siebecke, Vorsitzender der CDU in Altena

„Ob er darüber hinaus Aufgaben übernehmen kann, wage ich zu bezweifeln. Ich wünsche ihm, dass er einen geregelten Übergang für die CDU hinkriegt. Nach der Ära Merkel und der verlorenen Wahl muss es einen personellen Umbruch auch in der CDU-Bundesspitze geben. Wir haben vier Jahre Zeit, Gutes aufzubauen. Die müssen wir nutzen“, fordert Stefan Herbel eine Aufbruchstimmung ohne Laschet.

Dirk Siebecke: „Man wird Laschet nicht gerecht“

Dagegen hofft Dirk Siebecke, dass sich Armin Laschet weiter einbringt, „in welcher Funktion auch immer. Aber es wäre gut, wenn seine Stimme Einfluss hätte und er Politik in Berlin mitgestalten würde“. Dirk Siebecke hat Armin Laschet immer als starke Person empfunden. „Ich halte ihn für sehr integrer. Persönlich finde ich, dass man ihm jetzt nicht gerecht wird“, formuliert Dirk Siebecke vorsichtig den Umgang der eigenen Parteikollegen mit Armin Laschet.

Klaus Dieter Jacobsen, CDU-Vorsitzender Nachrodt-Wiblingwerde

Klaus-Dieter Jacobsen, Vorsitzender des CDU-Gemeindeverbandes Nachrodt-Wiblingwerde, wird deutlicher: „Es war ein Wahlkampf mit Pleiten, Pech und Pannen. Und jetzt suchen wir denjenigen, dem wir den Hut aufsetzen und zur Verantwortung ziehen können. Da wird im Hintergrund gezogen und getrieben. Wenn dieser Umgang die Normalität ist, dann bin ich tief traurig, dass es soweit gekommen ist.“

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