Langsam wird‘s eng bei MN auf Rosmart

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Jürgen (l.) und Hardy Gundermann erklären, was die Firma macht: Kaltpressteile von höchster Präzision. ▪

ALTENA ▪ Eine sechs Stufen-Presse mit 200 Tonnen Presskraft wurde am Mittwochmorgen bei MN Kaltformteile auf Rosmart angeliefert – eine insgesamt 50 Tonnen schwere Anlage, die dem Unternehmen neue Möglichkeiten bietet. Es kann jetzt Draht von einem Durchmesser bis zu 24 Millimeter verarbeiten und damit größere Teile als bisher produzieren – und zwar 180 pro Minute. „Wir fertigen hier pro Tag Millionen Teile“, erklärte Geschäftsführer Jürgen Gundermann. Von Thomas Bender

Nieten werden bei der ehemaligen Märkische Nieten schon lange nicht mehr produziert – hier entstehen Präzisionsteile, die einst auf Drehmaschinen hergestellt wurden. Verarbeitet werden unter anderem Edelstahl, Aluminiumlegierungen, Messing, Bronze und Kupfer sowie Sonderlegierungen – übrigens eher selten aus einem der Altenaer Drahtwerke..

Die Kaltumformung bietet mehrere Vorteile: Es geht schneller, weniger Abfall wird produziert – das schlägt sich auf den Stückpreis nieder. Beliefert werden etliche Branchen, die Automobilindustrie ist ein wichtiger Abnehmer – und gerade da laufe es richtig gut, erklärte die Firmenleitung. Auch aus der Baubranche verstärke sich die Nachfrage.

Die neue Presse ist schon die zweite, die in diesem Jahr den MN-Maschinenpark erweiterte. Rund 50 solcher Maschinen stehen in der modernen Halle, die damit langsam voll wird. Im Grunde ist das kein Problem: Das Unternehmen verfügt im Gewerbepark über Grundstücksreserven, könnte darauf seine Produktionsflächen „spiegeln“, also verdoppelt. Konkret ist daran allerdings noch nicht gedacht.

MN-Kaltformteile gehen in alle Welt – „außer nach Grönland und Neuseeland“, scherzte Gundermann bei der Vorstellung der neuen Maschine. Zu den Abnehmern zählen nach seinen Angaben auch Firmen in China: „Teile in dieser Präzision können dort nicht hergestellt werden“, weiß der Geschäftsführer. Und sein Sohn Hardy, der als technischer Kundenberater tätig ist, nannte Zahlen: 0,05 Millimeter – diese Toleranz garantiert das Unternehmen. Dazu trägt die gestern angelieferte Maschine bei. Sie wurde aus den USA importiert. Weltweit gebe es „höchstens eine Hand voll“ Spezialisten, die in der ersten Liga spielen und solche Anlagen bauen könnten, berichtete der Geschäftsführer.

Die Maschine ist das eine. Mindestens genauso wichtig ist das Knowhow. Fast ein Viertel der Gesamtbelegschaft arbeitet in Konstruktion und Werkzeugbau und sorgt dort dafür, dass die Kundenwünsche optimal umgesetzt werden. MN produziert nämlich keine Normteile, sondern arbeitet ausschließlich nach den spezifischen Vorgaben der Kunden.

Bestellt wurde die Anlage vor über einem Jahr und damit zu einer Zeit, als die Geschäfte auch bei MN nicht gerade gut liefen. Kurzarbeit war angesagt, Personal wurde abgebaut, indem durch altersbedingtes Ausscheiden frei werdende Stellen nicht wieder besetzt wurden. Das ist Schnee von gestern, mit 85 Mitarbeitern ist das Vorkrisen-Niveau wieder erreicht. Die nächsten Neueinstellungen sind bereits fix, außerdem wird das Unternehmen im Sommer die Zahl seiner Auszubildenden deutlich erhöhen – und wer bei MN Industriemechaniker lernt, wird in aller Regel auch übernommen.

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