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Landtagswahl 2022: Wahlbeteiligung in Altena unter 50 Prozent

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Von: Thomas Bender

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Als wenig ambitioniert empfanden viele Altenaer den Wahlkampf – selbst an den nur 20 übers Stadtgebiet verteilten Plakattafeln blieben viele Flächen weiß.
Als wenig ambitioniert empfanden viele Altenaer den Wahlkampf – selbst an den nur 20 übers Stadtgebiet verteilten Plakattafeln blieben viele Flächen weiß. © Bender, Thomas

Sieben wählten Liebe. So heißt eine der vielen Kleinparteien, die zur Landtagswahl am Sonntag angetreten waren. Insgesamt 29 Gruppierungen bewarben sich um die Zweitstimmen der Wähler, was den Stimmzettel recht lang und unhandlich machte. Fast alle bekamen von den Altenaern das ein oder andere Kreuzchen.

Einzige Ausnahmen waren die marxistisch-leninistische Partei Deutschland und das Bündnis für Innovation und Gerechtigkeit, die in der Burgstadt kein Einziger wählen wollte. Größte unter den Kleinen war die Tierschutzpartei, die mit 124 Zweitstimmen noch vor den Linken lag. Die verschlechterten sich von 3,9 Prozent im Jahr 2017 auf jetzt nur noch 1,7 Prozent.

12610 Männer und Frauen waren am Sonntag wahlberechtigt. Ihre Stimme abgegeben haben am Ende genau 6256. Das entspricht einer Wahlbeteiligung von 49,6 Prozent. Sie liegt deutlich unter dem landesweiten Wert von 55 Prozent. Selbst an der letzten Europawahl beteiligten sich mehr Altenaer.

Leere in den 16 Wahllokalen

Über die Hälfte der Wähler nutzten die Briefwahl, sodass in den 16 Wahllokalen im Schnitt nur knapp 190 Wähler erschienen. Die Wahlvorstände dort hatten also weitaus weniger zu tun als die sechs Briefwahlvorstände, die zwischen 458 und 617 Stimmen auszählen mussten.

Interessant ist dabei, dass die oft schon Wochen vor der Wahl abgegebenen Stimmen in Teilen vom Gesamtergebnis abweichen. Beispiel CDU: Auf sie entfielen am Sonntag knapp 38 Prozent der Zweitstimmen – bei den Briefwählern machten 41 Prozent ihr Kreuzchen bei der Union. 4,7 Prozent der Briefwähler votierten für die AfD, die es im Gesamtergebnis auf 7,2 brachte.

Union liegt in elf der 16 Wahllokale vorn

Wegen des hohen Anteils an Briefwählern ist der Blick auf die Ergebnisse in den einzelnen Wahllokalen nur noch bedingt aussagekräftig. In elf der 16 Wahllokale hatte die Union am Sonntag bei den Zweitstimmen die Nase vorn. Ihr bestes Ergebnis holte sie mit 44,6 Prozent in der Grundschule Dahle. In der Schützenhalle Dahle kam es zu einem Patt. Dort bekamen CDU und SPD jeweils 32,6 Prozent.

In vier Stimmbezirken hatte die SPD am Ende die Nase vorn. Ihr bestes Ergebnis holte sie mit 38 Prozent im Wahllokal Grundschule Evingsen 1. Auch in der Grundschule Breitenhagen und in den beiden Stimmbezirken, die in der Burg Holtzbrinck wählen, hatten die Sozialdemokraten am Ende die meisten Stimmen. Bemerkenswert ist vor allem das Ergebnis im Stimmbezirk 5, wo die Bewohner der Innenstadt, des Behördenviertels und der unteren Nette ihre Stimme abgeben. Dort fuhr die CDU mit 24 Prozent ihr mit Abstand schlechtestes Ergebnis ein. Die SPD holte dort 36 Prozent der Zweitstimmen und für die Grünen war es das einzige Wahllokal mit einem Ergebnis von über 20 Prozent. Auch im Gemeindezentrum Mühlendorf (16,6 Prozent) und im Wahllokal Hundertwasserschule 1 (16,5 Prozent) fuhren die Grünen überdurchschnittlich gute Ergebnisse ein.

Breitenhagen: AfD holt fast 15 Prozent

Die AfD ist überall dort stark, wo es früher SPD-Ergebnisse jenseits der 50 oder gar 60 Prozent gab – am Breitenhagen zum Beispiel, wo 14,8 Prozent der Zweitstimmen auf die AfD entfielen. Bleibt noch die FDP, die von 10,5 Prozent in 2017 auf jetzt nur noch fünf Prozent abstürzte. Dass es nicht noch schlimmer kam, lag an relativ guten Ergebnissen in den Wahlbezirken Sauerlandhalle (7,3 Prozent), Evingsen 2 (9 Prozent) und Hundertwasserschule 2 (7,9 Prozent).

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