,Landtag unterwegs‘ startet am Burgaufzug Altena

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Im Stollen: Der Bürgermeister zeigte Landrat Gemke (links), Landtagspräsident Uhlenberg (rechts) und dessen Stellvertreterin Angela Freimuth auch, wo sich russische Zwangsarbeiter vor über 60 Jahren verewigt haben.

ALTENA - „Südwestfalen ist ein Erfolgsmodell“, stellte Landtagspräsident Eckhard Uhlenberg fest, als er gestern in Altena eine Tour durch diese Region begann. Mit ihm unterwegs: Das gesamte Landtagspräsidium mit Ausnahme von Carina Gödecke (SPD), die wegen der Turbulenzen in ihrer Fraktion in Düsseldorf gebraucht wurde. „Landtag unterwegs“ heißt ein neues Projekt, das Vertretern aller Fraktionen Eindrücke vor Ort verschaffen soll. Es begann am Lenneufer, wo Uhlenberg und seine Begleiter sich über den Burgaufzug informierten.

„Wir sind schon ein gutes Stück vorangekommen“. Diese Bilanz zog Landrat Thomas Gemke als amtierender Aufsichtsratsvorsitzender der Regionale 2013-Agentur und berichtete, dass sich eine neue Kultur interkommunaler Zusammenarbeit entwickele. Dann gab er das Wort weiter an den Bürgermeister, der das Projekt „Erlebnisaufzug zur Burg Altena“ vorstellte und dabei besonders betonte, dass es nicht isoliert betrachtet werden dürfe. Dr. Andreas Hollstein schlug deshalb einen Bogen vom Strukturwandel und den damit verbundenen Bevölkerungsverlusten, berichtete über den Niedergang des Einzelhandels und den Plan der Stadt, diese Entwicklung mit Hilfe des integrierten Entwicklungs- und Handlungskonzeptes umzukehren.

„Nach Münster waren wir die erste westfälische Stadt, die so etwas hatte“, sagte er. Dass Altenas Pläne inzwischen weit über die Stadtgrenzen hinaus Anerkennung finden, tue „einer so kleinen Stadt ganz wohl“, sagte der Bürgermeister und erwähnte, dass mit Westfalensprung und NRW-Preis in 2011 schon zwei Preise für die Idee des Burgaufzugs an Altena vergeben wurden.

Natürlich ließ Hollstein die Chance nicht ungenutzt, für eine zügigere Bearbeitung des Förderantrags für den Aufzug zu werben. „Fast schon eine Farce“ sei es, dass die Stadt immer wieder vertröstet werde. 2013 müsse Südwestfalen greifbare Projekte vorzeigen können, assistierte Regionale-Geschäftsführer Dirk Glaser. „Dann nur Pläne zu zeigen, das wäre etwas langweilig.“

Der Tross aus Düsseldorf kommentierte diese Aussagen nicht. Uhlenberg wurde von seinen Vertretern Angela Freimuth (FDP), Oliver Keymis (Bündnis 90/Grüne) und Gunhild Böth (Die Linke) begleitet, auch der heimische SPD-Landtagsabgeordnete Michael Scheffler war natürlich mit von der Partie.

Zunächst hatten die Politiker die Lenneterrassen besichtigt und dann nach der Begrüßung im Informationsbüro einen Abstecher in den Stollen gemacht – natürlich ein besonders dankbares Motiv für die mitreisenden Fotografen und Kamerateams. Den Abschluss bildete ein Spaziergang durch die Innenstadt, wo nicht nur leere Läden, sondern auch die Sanierung des Hauses Lennestraße 34 gezeigt wurden. Dass deren Eigentümer Frank und Jörg Nielsen der Gruppe sozusagen in die Arme liefen, war purer Zufall, viel Zeit blieb auch nicht mehr. „Prima, dass sie das machen“ und „viel Glück“ – zu mehr als Smalltalk hatte der Landtagspräsident keine Gelegenheit, er musste weiter zur nächsten Station in Olpe.

von Thomas Bender

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