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Landrat ehrt Polizisten, die Dienst während der Flutkatastrophe verrichteten

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Von: Thomas Bender

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Das offizielle Dankeschön: 50 Polizisten aus dem Märkischen Kreis wurden am Mittwoch in der Burg Holtzbrinck von Landrat Voge für ihren Einsatz während der Flutkatastrophe im Juli 2021 mit der Einsatzmedaille des Landes ausgezeichnet.
Das offizielle Dankeschön: 50 Polizisten aus dem Märkischen Kreis wurden am Mittwoch in der Burg Holtzbrinck von Landrat Voge für ihren Einsatz während der Flutkatastrophe im Juli 2021 mit der Einsatzmedaille des Landes ausgezeichnet. © Bender, Thomas

Großes Polizeiaufgebot am Mittwochnachmittag in und an der Burg Holtzbrinck: Mehr als 50 Polizisten hatten sich in Altenas guter Stube versammelt, entsprechend viele Streifenwagen parkten im Küstersort. Grund dafür war ein gut ein Jahr zurückliegender Einsatz.

Landrat Marco Voge als oberster Polizist des Märkischen Kreises ehrte jene Beamten, die am 14. und 15. Juli während der Hochwasserkatastrophe Dienst hatten. Sie gehören zu den landesweit 62 000 Helfern von Hilfsorganisationen und Polizei, die mit der von Landesinnenminister Herbert Reul (CDU) eigens für diesen Zweck gestifteten „Feuerwehr- und Katastrophenschutz-Einsatzmedaille“ ausgezeichnet wurden.

Ganz bewusst habe man für diese Ehrung einen feierlichen Rahmen gewählt, sagte Polizeidirektor Manfred Kurzawe und begrüßte neben den Einsatzkräften auch ein Quintett des Landespolizeiorchesters, das die Feier musikalisch umrahmte.

Kräfte aus allen Wachen des Kreises geehrt

Geehrt wurden Kräfte aus allen Wachen des Märkischen Kreises. Besonders heftig wütete das Hochwasser aber in Altena – von daher war es logisch, dass der Blick zurück sich mit der Burgstadt beschäftigte. Polizeipressesprecher Christof Hüls interviewte dazu Anna Lüke, die im Sommer 2021 Dienstgruppenleiterin in Altena war und während der Katastrophe Dienst hatte. Eindrücklich schilderte sie, wie sie große Probleme hatte, überhaupt erst nach Altena zu kommen, wie sie Streifenwagen vor dem Hochwasser rettete und wie die Wache an der Marktstraße Anlaufpunkt für Polizisten aus anderen Städten war, die in Altena gestrandet waren, wegen der zerstörten Straßen nicht nach Hause konnten und deshalb in der Wache Altena übernachten mussten. Belastend seien die vielen Anrufe gewesen, die wegen der völlig überlasteten Notrufe auf der Wache aufgelaufen seien, zum Teil von Menschen in höchster Not. „Ich habe nur noch sortiert, was ich an welche Leitstelle weitergeben muss“, erinnerte sich die Polizeibeamtin.

„Das hat sich keiner vorstellen können“ – so umriss Landrat Voge die Lage während des Hochwassers. Für Einsatzlagen wie diese gebe es kein Schema F, Beamte vor Ort und in den Führungsstäben müssten intuitiv entscheiden, was zu tun sei. Besonders belastend seien die Momente gewesen, wo man um Hilfe rufenden Bürgern habe sagen müssen, dass das jetzt nicht möglich sei, weil es kein Durchkommen mehr gebe: „Nicht helfen zu können, diese DNA haben Polizisten und Feuerwehrleute nicht“, sagte der Landrat. Auch das sei eine enorme psychische Belastung gewesen. „Sie haben das Bestmögliche getan“, attestierte er den Einsatzkräften.

Zwei Feuerwehrleute verloren ihr Leben

Natürlich erinnerte Voge auch an die beiden Feuerwehrleute, die während der Katastrophe in Altena und Werdohl ihr Leben lassen mussten: „Da bekomme ich heute noch eine Gänsehaut“. Und er würdigte die Freiwilligen, die in den Tagen nach dem Hochwasser Hilfe leisteten: „Da waren Leute, die kamen angefahren und haben geholfen, einfach so. Das war großartig.“ Die Frage, warum nicht auch diese Helfer mit der Einsatzmedaille ausgezeichnet werden, hatte Innenminister Reul schon beantwortet, als er im Februar die Rotkreuz-Helfer Alexander Fischer und Leeroy Wickenhöfer ehrte: Die Namen der organsierten Helfer seien von den entsprechenden Organisationen nachgehalten worden. Die der vielen tausend Freiwilligen kenne man leider nicht.

Wie war das am 14. und 15. Juli? Christof Hüls interviewte die damalige Dienstgruppenleiterin Anna Lüke.
Wie war das am 14. und 15. Juli? Christof Hüls interviewte die damalige Dienstgruppenleiterin Anna Lüke. © Bender, Thomas

„Ich bin wahnsinnig stolz auf unsere Polizei“, sagte Marco Voge und blickte abschließend nach Dortmund, wo die Polizei nach einem töglichen Schuss auf einen Jugendlichen heftig in die Kritik geraten ist. „Seien Sie sicher, dass ich mich in einer solchen Situation vor Sie stellen werde“, versprach er unter dem Applaus der Polizeibeamten.

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