Landmarkt Evingsen verschenkt Lebensmittel - aus diesem Grund

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Nadine und Marcel Madiwe mit einer Vielzahl von Produkten im Evingser Landmarkt.

Altena – Als Tafel für Bedürftige verstehen sich Nadine und Marcel Madiwe nicht. Lebensmittel verschenken sie trotzdem im Landmarkt in Evingsen. Aus einem bestimmten Grund.

„Wir verschenken zwar Lebensmittel, möchten aber keine Tafel sein“, sagt Marcel Madiwe. Er betreibt gemeinsam mit seiner Frau Nadine den Evingser Landmarkt. Seit knapp einer Woche gibt es in dem Geschäft bestimmte Lebensmittel kostenlos. 

Der Grund: überschrittene Mindesthaltbarkeitsdaten. „Wenn ein Produkt einen Tag über dem Haltbarkeitsdatum ist, ist es noch nicht schlecht“, sagt Madiwe. „Wir dürfen es aber dann nicht mehr verkaufen.“ Deshalb hat sich das Ehepaar dazu entschlossen, solche Lebensmittel zu sammeln und an Kunden zu verschenken. 

Jeder darf  Produkte nehmen

Dabei ist den beiden egal, wie die Abnehmer finanziell aufgestellt sind. „Wir freuen uns über jeden, der das Angebot in Anspruch nimmt.“ In einem Korb reihen sich die abgelaufenen Produkte aneinander: Zitronenkonzentrat, Schokolade, Kakao, H-Sahne und einiges mehr. Auch die keimenden Kartoffeln gibt es kostenlos. 

Durch das Verschenken der Lebensmittel möchten Nadine und Marcel Madiwe verhindern, dass diese im Müll landen. Denn sie sind bedenkenlos genießbar. Zwei Kundinnen haben das neue Angebot bereits wahrgenommen. 

"Billig, billig, billig ist nicht gut"

Wer Lebensmittel mitnehmen möchte, muss die Inhaber des Landmarktes ansprechen oder sich im Vorfeld eines Besuchs per Facebook-Nachricht melden. Marcel Madiwe betont: „Wir liefern die kostenlosen Produkte nicht und nehmen auch keine Reservierungen entgegen.“ 

Dass heute vieles – nicht nur Lebensmittel – grundlos weggeschmissen wird, hält das Betreiberehepaar für fatal. Ebenso wie die Angewohnheit mancher Menschen, nur günstige Produkte zu kaufen. „Da muss ein Umdenken stattfinden. Billig, billig, billig: Das ist nicht gut für die Bauern – und auch nicht nachhaltig“, sagt Marcel Madiwe. 

Kreislauf durch Kaninchen

Die Betreiber des Evingser Landmarkts haben ein ganz praktisches Problem: Sie wissen nie genau, wie viele Waren sie kaufen müssen. Die Verkaufsmenge variiert von Tag zu Tag. „Da den goldenen Mittelweg zu finden, ist schwer“, sagt Marcel Madiwe. 

Insgesamt führt der Markt mehr als 250 verschiedene Artikel. Vor allem das Angebot an Obst und Gemüse wurde seit 2018 deutlich erweitert. In dem Jahr übernahmen Nadine und Marcel Madiwe das Geschäft. 

Sie sind auch privat daran interessiert, ihr Leben nachhaltig zu gestalten. „Wir versuchen, durch Nutztierhaltung einen Kreislauf zu schaffen“, erklärt Marcel Madiwe. Er hält hinter dem Landmarkt Kaninchen, denen er welken Salat oder Karotten aus dem Markt zum Fressen gibt. 

Spendentag geplant

Als nächstes überlegt das Ehepaar, einen Spendentag einzurichten. An diesem Tag könnten Kunden, die zuhause Lebensmittel übrig haben, diese im Landmarkt vorbeibringen. Wichtig: Die Spenden müssen noch verwertbar sein. „Ein Becher Sahne, der seit zwei Wochen abgelaufen ist, hat da nichts zu suchen“, sagt Marcel Madiwe. 

Seine Frau ergänzt, dass es sich bei den Spenden nicht nur um Lebensmittel handeln muss. „Es kommt ja vor, dass ein Kind von heute auf morgen trocken wird, aber man gerade ein frisches Paket Windeln aufgemacht hat. Die könnte man dann auch hier abgeben.“

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