Digitalisierung in Altena

Land spendiert Schulen 400 Laptops 

Stadtwerke Altena spenden 250 Hüllen für Laptops an Schulen
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Das sind sie, die neuen Tablets: 400 Stück konnten angeschafft werden, 250 davon gehen an Schüler. Für sie spendierten die Stadtwerke Altena Schutzhüllen. Hinter den Masken (v.l.) Stadtwerke-Geschäftsführer Hendrik Voß, Nachrodts Bürgermeisterin Birgit Tupat, Schulleiterin Anne Rohde und Altenas Bürgermeister Uwe Kober.

400 Laptops für Altenas Schulen: seit Ausbruch der Corona-Pandemie geht‘s voran mit der Digitalisierung. Doch damit sind noch nicht alle Wünsche erfüllt.

Altena – Mit Riesenschritten schreitet die Digitalisierung der Altenaer Schulen voran. Das machten Ausführungen des für die Bildung zuständigen städtischen Abteilungsleiters Stefan Kemper im Ausschuss für Schule, Sport und Kultur deutlich. Danach sind fast alle Schulgebäude mit einem Breitbandanschluss ausgestattet.

Nur Dahle und der Breitenhagen fehlen noch, sollen aber in Kürze ebenfalls versorgt werden. Mit 1,22 Millionen Euro aus dem Programm „Gute Schule 2020“ wurden die schulinternen Datennetze ausgebaut, aktuell läuft im Burggymnasium die Optimierung des W-Lan-Netzes.

396 Laptops: 151 für Lehrer, der Rest für Schüler

Bleibt die Frage, mit welchen Endgeräten Schüler und Lehrer all diese Segnungen nutzen sollen. Erste Pflöcke hat in dieser Hinsicht jetzt das Land gesetzt: Es finanzierte exakt 396 Tablets. 151 sind für Lehrer bestimmt, die dadurch zu 100 Prozent ausgestattet sind. 245 sind für Schüler: 80 bekommt die Sekundarschule, 84 die Grundschule Altena, 51 das Burggymnaisum und 34 die Grundschule Breitenhagen.

Diese Geräte sollen an Schüler ausgeliehen werden, die nicht über eigene Geräte verfügen oder sich Laptop oder Tablet mit Geschwistern teilen müssen. Die Geräte sind versichert, Schutzhüllen sponserten die Stadtwerke Altena. Um die Technik kümmert sich die Südwestfalen IT, die sich das gut bezahlen lässt.

Keine Geräte pauschal für ganze Jahrgänge

Man sollte meinen, dass sich dadurch die Forderung erledigt hat, ganze Jahrgänge mit einheitlichen Endgeräten auszustatten, die die Schüler dann bis zu ihrem Schulabschluss begleiten. Die 80 Exemplare für die Sekundarschule sollten schließlich reichen, den kompletten fünften Jahrgang auszustatten, was die Schule gerne tun würde. Darf sie aber nicht, jedenfalls nicht mit diesen Geräten. Die sind für Notfälle gedacht und nicht für die lückenlose Versorgung ganzer Jahrgänge.

Die schwebt auch den Grünen vor, die im Zuge der Haushaltsplan-Beratungen erfolglos forderten, 100 000 Euro bereitzustellen, um alle Siebtklässler an Altenas Schulen auszustatten. Warum ausgerechnet die und nicht – wie von der Sekundarschule gewünscht – die Fünftklässler, blieb offen. Er habe diesen Vorstoß nicht mit den Schulen abgestimmt, erklärte später Oliver Held: „Ich würde es auch nicht für besonders glücklich halten, wenn wir Anträge, die wir im Rat stellen, vorher mit den Schulleitern abstimmen.“

Warnung vor Kosten und Schnellschüssen

Digitalisierung ist erst dann perfekt, wenn alle Schüler mit identischen Geräten und Programmen arbeiten. Darüber bestand auch im Ausschuss für Schule, Sport und Kultur weitgehende Einigkeit. Die übrigen Fraktionen sträubten sich aber, für jedes Kind ein Gerät anzuschaffen – dies wohl auch wegen eines Hinweises, den Stadtkämmerer Stefan Kemper gab.

Die Stadt als Schulträger müsse die Bestimmungen über die Lernmittelfreiheit umsetzen. Laptops oder Tablets seien aber keine Lernmittel. Damit wäre deren Anschaffung eine freiwillige Ausgabe. „Man müsste die Kommunalaufsicht fragen, was die davon hält, wenn wir jedem Kind ein solches Gerät schenken“, sagte er. Markus Ferber (SPD) warnte vor den Folgekosten: Er gehe kaum davon aus, dass so ein Tablet ein ganzes Schülerleben lang halte, sagte er. Christian Klimpel (CDU) warnte davor, Fakten zu schaffen, bevor ein schlüssiges Konzept vorliege.

Viele offene Fragen

In diese Kerbe schug auch Hans Ulrich Holtkemper – der Schulleiter des Burggymnasiums ist beratendes Mitglied im Schulausschuss. Er könne im Moment nicht sagen, welches Gerät für seine Schule sinnvoll sei, sagte er. Weil die Rechner auch bei Prüfungen bis hin zum Abitur eingesetzt würden, bedürfe es klarer Vorgaben durch das Land.

„Wir wissen bisher nicht, welche Ausstattung vorzusehen ist“, sagte er. Im Moment sei das Gymnasium so aufgestellt, dass die eingesetzten Programme sowohl auf Windows- als auch auf Android-Geräten und auch unter dem Apple-Betriebssystem verwendet werden könnten.

Geschenke schlecht zu vermitteln

Natürlich freue er sich als Schulleiter, wenn eine Fraktion mehr Geld für die Schulen zur Verfügung stellen wolle, sagte Holtkemper. „Aber als Bürger dieser Stadt würde ich das nicht unbedingt einsehen.“ Es gebe schließlich genug Eltern, die die Endgeräte selbst bezahlen könnten. Von daher sei es nur schlecht zu vermitteln, wenn die Stadt auch denen so ein bis 500 Euro teures Gerät spendieren würde.

Auch mit Schulbüchern würden alle Schüler unabhängig vom Einkommen der Eltern kostenfrei ausgestattet, konterte Oliver Held. Wie die sei auch das Tablet unverzichtbares Lernmittel. Allerdings: Offiziell ist das bisher noch nicht. Alle Infos und aktuellen Entwicklungen zum Coronavirus im MK finden Sie in unserem News-Blog. 

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