Theater „Auf Draht“ gibt nicht auf

Das Zeitfenster für die nächsten Aufführungen von „Auf Draht“ deutet auf das nächste Jahr.
+
Das Zeitfenster für die nächsten Aufführungen von „Auf Draht“ deutet auf das nächste Jahr.

„Sie haben da was...“ Ob die Altenaer im kommenden Jahr den legendären Nudel-Sketch neben anderen aus der Feder des Meisters Loriot zu sehen bekommen? Wann die letzte Probe war, daran kann sich Julian Palla gar nicht mehr genau erinnern: „Es war vor dem Herbst 2020“, sagt der Vorsitzende des Amateurtheaters „Auf Draht“.

Altena – Das Ensemble erlebt, wie so viele Vereine derzeit, eine Zwangspause und kann noch keine Pläne schmieden, wie und wann es weitergehen soll. „In diesem Jahr werden wir sicher nichts mehr hinbekommen – wir planen also für 2022“ berichtet Julian Palla, der den Theaterverein seit vier Jahren mit Thomas Fillinger führt. Er hatte mit Blick auf die wirtschaftliche Situation im April gesagt: „Wir haben noch Rücklagen, aber es wird sicher irgendwann knapp.“ Für eine große Erleichterung dürfte in diesem Zusammenhang der Förderverein gesorgt haben, der das Thomas-Morus-Haus im Mühlendorf unter seinen Fittichen hat – die Probestätte des Theaters: „Er hat uns die Miete nachgelassen“, berichtet Palla. „Es kann also auf jeden Fall eine Aufführung stattfinden.“

Üblicherweise zeigt der Verein seine Aufführungen im November. „Wir brauchen natürlich Vorlauf, um ein Stück zu proben“, sagt Palla. Acht bis neun Monate seien da schon erforderlich. „Es muss alles zu 100 Prozent sitzen.“

Ob es dann bei den ursprünglich geplanten Szenen von Loriot bleiben wird, lässt Palla offen. Die Loriot-Szenen hätten auch einzeln gut geprobt werden können und hätten sich damit für eine Vorbereitung in der Pandemie-Phase durchaus geeignet. Letztlich werde der künstlerische Beirat entscheiden, welches Stück man auf die Bretter bringen werde. Das Gremium besteht aus vier bis fünf Personen. „Wenn wir wieder im ganzen Ensemble proben können, fällt vielleicht eine andere Entscheidung“, meint Julian Palla.

Ein spezielles Hobby

Das Theater „Auf Draht“ zählt derzeit etwa 30 Mitglieder. „Das ist schon gar nicht so schlecht“, sagt der Vorsitzende. Natürlich zählen nicht alle zum aktiven Ensemble, es gibt auch passive Mitglieder. Aber, und da plagen „Auf Draht“ die gleichen Sorgen wie andere Vereine, es fehlt an Nachwuchs. „Es ist natürlich schon ein spezielles Hobby, dafür muss man sich begeistern können.“

Dass das den Mitgliedern weiterhin gelingt, daran hat Julian Palla keinen Zweifel. Natürlich mache sich der Corona-Dämpfer im Ensemble bemerkbar, kein Zweifel. „Es ist ruhiger geworden“ , berichtet der Vorsitzende. Man habe natürlich nicht so viel Kontakt wie sonst, wenn man an jedem Mittwoch zur Probe zusammenkam. Je länger die Zwangspause dauere, desto schwieriger werde es natürlich auch, „die Leute bei der Stange zu halten.“ „Aber“, unterstreicht Palla, „gekündigt hat noch keiner. Es ist ja schließlich auch so, dass die Mitglieder sehr viel Spaß an ihrer Arbeit haben.“

Neue Homepage

Und der Verein hat die Corona-Zwangspause genutzt, um etwas Neues zu schaffen. So wurde die Homepage www.theater-auf-draht.de überarbeitet und modernisiert. „Wir sind fast fertig damit“, berichtet Julian Palla, „etwa 95 Prozent der Arbeiten sind abgeschlossen.“ Er hat den Internet-Neustart gemeinsam mit der Bonner Kommunikations- und Webdesignerin Elena Siebecke gestaltet. Sie stammt aus Altena. Es finden sich zahlreiche Informationen über zuletzt aufgeführte Stücke, über die Geschichte des Ensembles und einiges mehr. Nur Informationen zum künftigen Spielplan fehlen noch – die müssen noch ein wenig warten... „Sie haben da was...“

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare