Es läuft wie am Schnürchen

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Friedrich Schulz vor seinem Haus an der Rahmedestraße – es ist ihm ein Anliegen, die auf der Großbaustelle tätigen Arbeiter zu loben. ▪

ALTENA ▪ Wer hat schon gerne eine Großbaustelle vor der Haustür? Auch Friedrich Schulz war skeptisch, als er von der bevorstehenden Sanierung der Rahmedestraße hörte. Heute, rund vier Wochen nach Beginn der Arbeiten, ist er voll des Lobes: „Das läuft wunderbar“.

Da war zum Beispiel der Tag, an dem Schulz den Bauarbeitern mitteilte, dass er den ganzen Tag zuhause sei und deshalb die Stahlplatte, die die Zufahrt zu seinem Grundstück Rahmedestraße 340 ermöglicht, entfernt werden könne. „Als ich dann später doch weg musste, war sofort der Bagger da und hat die Platte wieder hingelegt“, berichtet er. Aufmerksam, zuvorkommend, hilfsbereit – das sind die Attribute, die er für die Mitarbeiter der Firma Hilgenroth aus Sundern findet. Gute Noten erteilt er aber auch allen anderen, die an der Baustelle beteiligt sind. Die Stadtwerke verlegen Gas- und Wasserrohre, Enervie ist mit Stromkabeln dabei. Schulz hat genau hingeschaut: „Die arbeiten wirklich gut zusammen“.

Ein paar Häuser weiter betreibt Dr. Gerrit Fritsch seine Stern-Apotheke, neben ihm nutzen der Arzt Frank Killing und die Ergotherapeutin Birgitta Zimmer Praxen im Haus Rahmedestraße 352 – ein kleines Gesundheitszentrum also, mit viel Publikumsverkehr. Fritsch hat deshalb auf der gegenüberliegenden Straßenseite ein Grundstück angemietet, um während der Bauphase die Parkplätze für Kunden und Patienten vorzuhalten. Seine Meinung: „Man kann alle an dieser Baustelle Beteiligten nicht genug loben“. Stadt, Stadtwerke, Straßen NRW und natürlich die bauausführende Firma täten alles in ihrer Macht Stehende, um die Erreichbarkeit der Apotheke aufrecht zu erhalten. Fritsch („ich habe vorher Schlimmes befürchtet“) berichtet von einem Vorgespräch, in dem seine Belange im Mittelpunkt gestanden hätten. Alle dort gemachten Zusagen seien nicht nur eingehalten, sondern sogar übertroffen worden. „So etwas findet man sicher ganz, ganz selten“ glaubt der Apotheker und verweist auf andere Baustellen, wo es längst nicht so gut gelaufen sei. Bei ihm sei bisher trotz der Baumaßnahme kein nennenswerter Rückgang der Kundenfrequenz zu beobachten.

Der reibungslose Ablauf ist nicht zuletzt das Verdienst von Berthold Hoffmann. Er ist einer der Bauleiter, die die Firma Hilgenroth nach Altena geschickt hat. Um das Lob der Anlieger mag er keine großen Worte machen, ein gutes Miteinander ist für ihn selbstverständlich: „Wir müssen miteinander auskommen. Da versteht es sich von selbst, dass man Rücksicht aufeinander nimmt“.

Trotz alledem freut Schulz sich natürlich auf den Tag, wo das Loch vor seinem Haus wieder geschlossen wird und es statt der Stahlplatte endlich einen vernünftigen Gehweg und eine glatte Straße geben wird. Er lebt seit vielen Jahren an der Rahmedestraße und hat miterlebt, wie die Straßenverhältnisse immer schlechter geworden sind. „Vor allem, wenn leere Sattelauflieger vorbeigefahren sind, war es hier zum Schluss unerträglich,“ sagt er und freut sich, dass er in diesem Sommer endlich auch die Fenster zur Straßenseite offen lassen kann. Das sei wegen des Lärms schon lange nicht mehr möglich gewesen. ▪ Von Thomas Bender

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