Bahnstrecke in Altena

Lärmschutz: Termin für Baustart steht fest

Bahnhof  und Burg Altena
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Lärmschutz entlang der Bahnstrecke in Altena: Bald geht‘s los.

Über drei Kilometer lang werden die Wände, um die Altenaer an der Bahnstrecke vor dem Zuglärm zu schützen. Nun steht der Termin für den Baustart fest.

Altena – Es scheint voran zu gehen mit einem durchaus umstrittenen Bauvorhaben, das die Deutsche Bahn (DB) für Altena plant. Mehr als ein Jahr ist vergangen, seit Projektleiter Andreas Tecklenburg und seine Kollegin Sabrina Reinecke in der Burg Holtzbrinck die Planungen zum Bau einer Lärmschutzwand entlang der Bahnschienen vorgestellt haben. Nun steht der Termin fest: „Der Start der Hauptarbeiten ist für Juni 2021 geplant“, heißt es auf Nachfrage bei der DB.

„Der Antrag auf Genehmigung wurde wie geplant 2020 gestellt und positiv beschieden. „Die Maßnahme soll im Dezember dieses Jahres abgeschlossen sein“, so ein Unternehmenssprecher. Dies sind allerdings schon alle konkreten Informationen, die die Bahn auf Nachfrage derzeit preis gibt.

Lärmschutz in Altena: Drei Maßnahmen geplant

Ob es bei den Ende 2019 vorgestellten Plänen bleibt, oder ob sich in der Zwischenzeit Änderungen ergeben haben, darüber schweigt man noch. Der Sprecher teilt lediglich mit: Man wolle „über den Umfang und den genauen Zeitplan der Arbeiten [...] wie üblich rechtzeitig sowie ausführlich in Form von Pressemitteilungen und Anwohnerinformationen informieren.“

Die Planungen von 2019 sahen im Wesentlichen drei Maßnahmen vor. Die wohl am meisten Aufsehen erregende ist der Bau mehrerer Schallschutz-Wände entlang der Zugstrecke. Diese Wände sollen den Schallpegel von 60 auf 50 dB reduzieren. „Man darf sich aber von den Zahlen nicht irreführen lassen“, betonte damals Andreas Tecklenburg.

Halbierung des Lärms die Schutzwände

Zehn Dezibel weniger entsprächen in der menschlichen Wahrnehmung etwa einer Halbierung des Lärms. Zwischen einem und drei Metern hoch sollen die Wände werden. Im Innenstadtbereich, von der Mittleren Brücke bis zur Fritz-BergBrücke, war eine Höhe von einem Meter ab der Gleisoberkante vorgesehen. „Diese Höhe wurde geplant, um das Stadtbild nicht zu zerschneiden“, erklärte Sabrina Reinecke.

Die Wände absorbieren den Schall, der von den Zügen ausgeht. Das bedeutet, dass der Schall in den Bauteilen „gefangen“ wird. Einige Altenaer hatten damals befürchtet, dass der Schall stattdessen in andere Richtungen verteilt würde.

Mehr als drei Kilometer Schutzwände in Altena

Die Gestaltung betreffend hatte Tecklenburg 2019 ein von der DB Netz AG entworfenes Sondermodell vorgestellt. Es handelt sich um ein Schallschutz-Element in Bruchstein-Optik. Das könnte sich am Erscheinungsbild der Burg orientieren und sich so noch besser ins Stadtbild einfügen. Auch dazu, ob die Wand diese Optik nun tatsächlich bekommen soll, schweigt die Bahn zurzeit.

Die geplante Gesamtlänge der Wände liegt bei 3132 Metern. Kosten soll der Bau rund 5,6 Millionen Euro. Nach damaligem Stand sollte er rund ein Jahr dauern, inzwischen scheint sich diese Prognose halbiert zu haben. Denn die Bahn spricht davon, dass das Projekt noch bis Ende des Jahre fertiggestellt sein könnte.

Bremsen der Güterzüge werden leiser

Neben der Lärmschutzwand sollen weitere Maßnahmen für den Schallschutz durchgeführt werden. Bis 2025 läuft zum Beispiel bereits die Umrüstung der Bremssysteme an den Güterwagons. Diese sollen rund vier Dezibel (dB) leiser werden. Finanziert wird die Umrüstung aus Bundesmitteln.

Weitere Maßnahme zum Lärmschutz ist die Anpassung der besonders betroffenen Wohnhäuser. Hier bot die Bahn eine 75-prozentige Förderung von Maßnahmen zur Lärmsanierung an. Grundlage für die Ermittlung betroffener Häuser war ein 2019 erstelltes Gutachten.

Nötig ist das Lärmschutzprojekt unter anderem, weil sich der Güterverkehr durch die Burgstadt in den nächsten zehn Jahren mehr als verdoppeln könnte, wie interne Prognosen der Bahn laut Tecklenburg ergeben haben.

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