SPD lädt Rahmeder zum „Runden Tisch-Gespräch“

+
Der SPD-Vorsitzende Lutz Vormann und Fraktionssprecherin Irmgard Ibrom konnten mit der Gesprächs-Bilanz zufrieden sein.

ALTENA - „Früher war es Aufgabe der Verwaltung, die Nöte der Bürger aufzugreifen. Aber darauf wird heute im Rathaus nicht mehr geachtet“ – Werner Thiele, SPD-Urgestein aus der Rahmede, nahm am Donnerstag, 18. April, bei einer öffentlichen Sitzung der SPD-Fraktion im Restaurant Zagreb kein Blatt vor den Mund.

Dass es in der Rahmede Sorgen und Nöte gibt, zeigte der enorme Zuspruch: Der Saal war voll, zusätzliche Stühle mussten herbeigeschafft werden. Das erste Thema, das die Bürger drückt, brachte die SPD-Fraktionsvorsitzende Irmgard Ibrom direkt bei der Begrüßung zur Sprache: Die Straßen. Sie zitierte aus einem Brief von Günter Homberger, der unerträgliche Zustände auf der Rahmedestraße beklagte und berichtete von einem Gespräch mit StraßenNRW: Für das laufende Jahr seien keine größeren Maßnahmen an dieser Straße vorgesehen, es würden allenfalls Schlaglöcher beseitigt. Ibrom bot den Bürgern an, die schlimmsten Schäden an die SPD zu melden. Sie würden dann an Straßen NRW weitergegeben – Erfolgskontrolle inklusive. Deutlich weiter gingen Lutz Vormann und Mario Westphal: Sie sprachen von einer „Fürsorgepflicht“ der Stadt. Deshalb müsse geprüft werden, ob sie die Schäden an der Landstraße durch den städtischen Baubetriebshof flicken lassen und die Arbeiten dann mit dem Landesbetrieb abrechnen könne.

Den geballten Unmut von Frank Kopatz bekam die SPD zu spüren, als es um die Hauptschule ging: Keinerlei Unterstützung habe die Elternschaft erfahren, als es um den Erhalt des Schulstandortes ging – von der SPD sei bei den entscheidenden Sitzungen nur Rainer Kemmerling anwesend gewesen – „und der war am Ende weder Fisch noch Fleisch“. Ein Unding sei es, wenn das im Laufe der letzten Jahre durchrenovierte Schulgebäude nach dem Auslaufen der Hauptschule verkauft werde, schimpfte Kopatz – am Hummelnstück sei die Sekundarschule viel besser untergebracht als in der Nette. „Aber in dieser Stadt kann die Verwaltung ja schalten und walten, wie sie will“, lautete das bittere Resümee des Unternehmers.

Dass ein Verkauf des kompletten Schulgebäudes für die Rahmede ein weiterer, herber Rückschlag wäre, war unter den Bürgern unbestritten. Wolfgang Wilbers, der Vertreter der SPD im entsprechenden Fachausschuss, nahm hier das Heft in die Hand und ermunterte die Bürger zum gemeinsamen Handeln: Nicht nur das Nachrodter Gartenhallenbad, sondern auch das Erholungsheim auf Juist seien Beispiele dafür, dass Infrastruktur auch dann erhalten bleiben könne, wenn sich die Kommune aus finanziellen Gründen zurückziehen müsse.

Wilbers regte an, so früh wie möglich über die Gründung eines Trägervereins nachzudenken, der dann mit der Stadt über die Übernahme der Schulturnhalle verhandeln könne. Wegen des Mehrzwecksraums im Untergeschoss könne dieser Teil der Hauptschule multifunktionell genutzt werden und damit auch anderen Vereinen dienen. Thorsten Brinkmeier, der Pfarrer der Friedrichskirche, unterstützte diesen Vorschlag nicht nur, sondern bot auch das evangelische Gemeindehaus für ein erstes Treffen an. Schon im Mai sollen sich dort die Rahmeder Vereinsvorstände am Runden Tisch über Wilbers’ Vorschlag unterhalten.

von Thomas Bender

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare