„Click & meet“ ab Montag

Läden öffnen: Verhaltene Freude bei Einzelhändlern

Einkaufen per Click & Meet.
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Ab Montag, 17. Mai, in Altena wieder möglich: einkaufen per Click & Meet.

Begeisterung sieht anders aus: Die Einzelhändler in Altena freuen sich zwar, dass sie wieder ihre Geschäfte öffnen dürfen. Doch sie sehen auch gleich mehrere Probleme.

Altena – Die Sieben-Tage-Inzidenz liegt deutlich unter jener magischen Grenze von 150, die Lockerungen für den Einzelhandel mit sich bringt. Ab sofort ist im Märkischen Kreis wieder „Click and meet“ erlaubt. Das bedeutet, dass man wieder in die Geschäfte darf – vorausgesetzt, man hat sich angemeldet.

Das gab es vor dem letzten Lockdown schon einmal. Allerdings geht „Click and meet“ diesmal etwas anders als 2020. Ins Geschäft darf nämlich nur, wer getestet ist. Die Testzentren stellen auf Verlangen entsprechende Bescheinigungen aus.

Juwelierin: Mehr Testmöglichkeiten in Altena nötig

Ob analog zu den bei den Friseuren geltenden Regeln auch Selbsttests unmittelbar vor dem Betreten des Geschäftes ausreichen, ist offen. „Ob und wie ich das dokumentieren muss, kann mir bisher auch keiner sagen“, klagt Juwelierin Ulrike Betzler-Hüttemeister, die sich gerade eine paar Tage Auszeit in ihrer Ferienwohnung auf Sylt gegönnt hat. Die Ferieninsel gehört zur Modellregion Nordfriesland, in der Urlaub bereits seit 1. Mai wieder möglich ist.

Dort sei der Corona-Schutz recht gut organisiert, berichtet sie: Testen lassen sich Besucher und Bewohner zum Beispiel in Bussen, die am Bahnhof stehen. Die Kontaktverfolgung geschieht grundsätzlich mithilfe der Luca-App, „das müsste es dann hier in Altena auch geben“, meint die Geschäftsfrau. Mit der Luca-App will auch der Märkische Kreis die Kontaktnachverfolgung in der Region regeln. Darüber hinaus plädiert Betzler-Hüttemeister dafür, mehr Testmöglichkeiten zu schaffen: „Es müsste auch am Markaner getestet werden. Immerhin kommen da die Busse an“, sagt sie.

Turner: „Testpflicht könnte totaler Stopper sein“

Skepsis auch beim Handelsverband NRW: „Wie befürchtet erreichen uns vermehrt Nachrichten, wonach die (...) gut gemeinten Erleichterungen für den Handel (...) nicht als Erleichterungen wahrgenommen werden“, schrieb die für Südwestfalen zuständige Geschäftsstelle in Arnsberg den Mitgliedern des Handelsverbandes.

Juwelierin Ulrike Betzler-Hüttemeister wünscht sich mehr Testmöglichkeiten in Altena.

„Für viele könnte die Testpflicht der totale Stopper sein“, befürchtet Karlheinz Turner, dessen Familie mit gleich drei neuen Geschäften in den Startlöchern steht. Unter anderem hat Turner eine Art Tim-und-Struppi-Welt eingerichtet. Die sei deutschlandweit einmalig, sagt er. „Und alle drei Geschäfte leben natürlich davon, dass Leute rein dürfen. Man muss sich die Sachen angucken können“, betont er.

Genesene: Kontrolle kompliziert

Die Abholung an der Ladentür („Click and collect“), die in den vergangenen Wochen in Altena vielfach gut funktioniert hat, nütze ihm gar nichts. Trotz der Ahnung, dass der Testzwang sich nachteilig auswirken könnte, will Turner jetzt auf jeden Fall so schnell wie möglich loslegen.

Es geht übrigens in einigen Fällen auch ohne Test: „Wie im Bundesinfektionsschutzgesetz festgelegt, stehen Geimpfte und Genesene negativ Getesteten gleich, zudem werden sie bei Personenbegrenzungen nicht mitgezählt“, schreibt das NRW-Gesundheitsministerium. Als geimpft gilt man 14 Tage nach der zweiten Impfung – das lässt sich durch einen Blick in den Impfpass schnell überprüfen.

Komplizierter ist das mit den Genesenen. Es gibt nämlich bislang kein amtliches Dokument, das belegt, dass man eine Corona-Infektion überstanden hat. Dazu das Gesundheitsministerium: „Als genesen gelten Sie, wenn Sie innerhalb der letzten sechs Monate positiv mittels PCR, PoC-PCR oder mittels einem anderen Nukleinsäurenachweis auf SARS-CoV-2 getestet wurden und das Testergebnis mindestens 28 Tage zurückliegt. Wenn Ihr Testdatum länger als sechs Monate zurückliegt, gelten Sie nicht mehr als genesene Person im Sinne der Covid-19-Schutzmaßnahmen-Ausnahmenverordnung.“ Ob der durchschnittliche Einzelhändler in der Lage ist, von den Kunden vorgelegte Nachweise korrekt zu interpretieren, bleibt wohl abzuwarten.

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