Kurzarbeit durch Corona-Krise

Apollo-Kino: Rücklagen schmelzen

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Nicole Güldner und ihr Team vom Apollo-Kino nutzen die Schließung zum Renovieren und Reinemachen.

Altena – Das Kino ist zu, Chefin Nicole Güldner hat Kurzarbeit angemeldet. Es drohen Rücklagen zu schmelzen, die für ein anderes Projekt geplant waren.

Nicole Güldner setzt Prioritäten: Um die Renovierungsarbeiten im Kino kümmert sie sich selbst. Den mit der coronabedingten Zwangspause verbundenen Papierkram überlässt sie ihrem Steuerberater Kai Naumann aus dem Büro Becker-Fröhling in Evingsen. 

„Das kann der besser“, sagt die Kinobesitzerin und berichtet, dass der Fachmann  den Antrag auf Soforthilfe für das Kino gestellt hat. Dabei handelt es sich um Gelder aus einem Förderprogramm, mit dem Bund und Land kleinen Unternehmen helfen wollen, die unter der Corona-Krise besonders leiden.

Betriebe mit bis zu fünf Angestellten können 9000 Euro beantragen, Unternehmen mit bis zu zehn Beschäftigten 15 000 Euro. 

Betrieb ruht seit zwei  Wochen

„Jetzt geht es darum, wie der Begriff Beschäftigter ausgelegt wird“, weiß Güldner nach einem Telefonat mit Naumann. Zählen die 450 Euro-Kräfte mit, dann kommt sie auf mehr als fünf Beschäftigte und erhielte 15 000 Euro. 

Geld, das Nicole Güldner gut gebrauchen kann. Immerhin ruht der Betrieb im Apollo-Kino schon seit über zwei Wochen. Wann es weitergeht, weiß niemand. Aber wenn es weitergeht, dann dürfen sich die Gäste auf viele neue Eindrücke freuen. 

Schon fertig: Das Kino hat eine neue Glitzerdecke.

Für das Kino-Team ist Kurzarbeit beantragt, was natürlich nicht heißt, dass die Mitarbeiter jetzt komplett zuhause bleiben können. „Jetzt wird renoviert“, hatte Güldner schon vor 14 Tagen angekündigt und sich gleich ans Werk gemacht. Das Foyer ist schon fertig. „Da haben wir jetzt eine schöne Glitzerdecke“, freut sich die Inhaberin, die schon immer großen Wert auf eine tolle Optik ihres Kinos legt. 

Putzen statt Panik

Auch das Treppenhaus und die Decke des großen Saals werden gestrichen. „Auch die Sanitäranlagen haben wir aufgehübscht und die Stühle mal bis in die letzte Ritze saubergemacht“, vermeldet Güldner. Es sei nicht ihr Stil, in einer solchen Situation die Hände in den Schoß zu legen oder gar in Panik zu verfallen: „Da mache ich lieber alles hübsch, da habe ich deutlich mehr Spaß dran." 

Zugute kommt der Kinobesitzerin in der auch für sie nicht einfachen Situation, dass sie eine Rücklage für eine größere Investition gebildet hat: Eigentlich sollte vor dem Sommer eine Klimaanlage eingebaut werden. Das muss jetzt womöglich noch ein Weilchen warten.

Mehr zum Coronavirus und den Auswirkungen auf die Region lesen Sie hier im MK-Liveticker.

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