Kursus von Edeltraud Goldberg im Begegnungszentrum „freiheit26“

Nähen ist voll im Trend

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Edeltraud Goldberg (Mitte) ist als kompetente Ratgeberin und Helferin bei vielen Arbeitsschritten gefragt.

Altena – Auf unerwartet große Resonanz ist das Angebot gestoßen, im Begegnungszentrum „freiheit26“ einen Nähkursus zu etablieren. Über das Interesse freut sich Edeltraud Goldberg ganz besonders. Die gelernte Schneidergesellin konnte durch das Integrationsbüro dafür gewonnen werden, den Kursus zu leiten.

 Das Nähen sei heute wieder sehr gefragt, hat die 69-Jährige beobachtet. „Es gab eine Zeit der Geringschätzung“, blickt sie auf die alte Handwerkstechnik. Das sei aber vorbei. „Das Nähen ist wieder sehr im Aufwind.“ Ob Tischdecke oder Läuferband,

Kleinkinderbekleidung, eine Hose für das Enkelkind oder eine Bluse: Die Teilnehmerinnen des ersten Nähkurses beschäftigen sich mit Dingen, die sie für sich oder andere herstellen. Das macht es natürlich nicht gerade unkomplizierter für Edeltraud Goldberg. Hier muss sie bei dem einen Arbeitsschritt helfen, dort bei einem anderen und an einem dritten Nähplatz stimmen gerade die Einstellungen der Maschine nicht.

Die 69-Jährige geht die Probleme mit Geduld und viel Erfahrung an – und löst sie. „Wenn Jede das Gleiche machen würde, wäre es natürlich einfacher.“ Dass der Platz begrenzt ist, wirkt sich natürlich auf mögliche Zahlen der Teilnehmerinnen aus. „Mehr als sechs oder sieben Personen, das geht nicht“, weiß die Schneiderin. Für jeden Teilnehmer müsse man etwa einen Meter Platz ansetzen, es muss außerdem Platz sein für einen Zuschneidetisch und für ein Bügelbrett.

Ein guter Teil der aktuellen Kursmitglieder bringt schon gewisse Erfahrungen mit dem Nähen mit. „Was man als Hausfrau halt so lernt.“ Aber auch kompletten Anfängern könne man das Handwerk durchaus vermitteln, da ist sich Edeltraud Goldberg sicher. Interesse an dem schönen Handwerk vorausgesetzt, müsse man im Wesentlichen zwei Eigenschaften mitbringen: „Man braucht zum Nähen viel Geduld und ein gutes räumliches Vorstellungsvermögen. Letzteres sei deshalb hilfreich, weil man das fertige Stück schon vor dem geistigen Auge haben sollte, bevor es eben tatsächlich fertig ist. Es muss also die Auswirkung eines bestimmten Arbeitsganges vorweggenommen werden, bevor der überhaupt getan ist.

Die Kursleiterin verfügt im Übrigen – wen wundert es? – über langjährige Erfahrung an der Nähmaschine. Sie hat das Handwerk Anfang der 1970er Jahre in Augsburg gelernt, interessanterweise den Beruf aber nie ausgeübt. Stattdessen blieb sie dem Schneidern in der Freizeit treu und fertigte Kinderbekleidung an für Menschen, die bedürftig sind. So kam schließlich der Kontakt zum Stellwerk zustande.

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