Kunst in der Kirche: Gesellschaftskritische Ausstellung ab Sonntag

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Doreen Scholz arbeitet hauptberuflich als Altenpflegerin. Neben ihr Pfarrer Krause vor dem Werk „Befreiung.“

Altena - Sie möchte mit ihren Bildern „den Geist der Menschen wachrütteln!“ Doreen Schulz stellt ab Sonntag in der reformierten Kirche zu Dahle 24 ihrer jüngsten Werke aus.

Allesamt in Seidenmalerei erstellt, allesamt bunt, vieldeutig und nichts für den ersten Blick. „Ich freue mich, dass die Künstlerin im Sonntags-Gottesdienst, den wir um 10 Uhr feiern, zugegen ist und sich im Anschluss den Fragen der Gemeinde stellt“, blickt Pfarrer Uwe Krause nach vorn. 

Er dankt im Vorfeld Gemeindemitgliedern wie Wilfried Korte, Norbert Bussmann und Klaus Storch, die die Ausstellung in der Kirche aufhängten und ins rechte Licht setzten. Auch der Kontakt zur Künstlerin selbst, die in Muldestausee in Sachsen-Anhalt mit ihrem Ehemann in einer Patchwork-Familie mit jetzt drei erwachsenen Kindern lebt, kam so zustande. 

Nichts für den schnellen Blick

Die Kunst der Doreen Schulz (50) ist nichts für den schnellen Blick. Nichts fürs einmal Vorbeihuschen. Ganz im Gegenteil. Sie versucht immer wieder, „die täglichen Einflüsse von außen, die auf unser Denken einwirken, ob kleine oder globale, im Farbenrausch zu verarbeiten.“ 

Alle Bilder tragen Titel – Bezeichnungen, die einen Fingerzeig geben, was die Künstlerin ausdrücken möchte. „Ich versuche, die scheinbare Unzerbrechlichkeit und das eigene Leben kritisch zu reflektieren.“ 

So nahm sie den zweifachen Suzid-Versuch einer guten Freundin zum Anlass, dies auf Seide auszudrücken. Denn: „Seide ist nicht starr und doch beständig wie die Seele eines Menschen.“ Die gesamte Schau in der ev.-ref. Kirche zu Dahle hat sie mit „Emotionen im Farbrausch“ überschrieben. 

Bildausschnitt eines Werkes, in dem die Künstlerin den zweifachen Suizidversuch einer nahen Freundin verarbeitet.

Seidenmalerei sei für sie eine Art Ventil, ihren Gedanken und Gefühlen in Bildern Gestalt zu geben. Ihr sei wichtig, jeden Betrachter einzuladen, sich mit ihren Glaubenshoffnungen und -überzeugungen zu beschäftigten.

Ob das gelingt, liegt natürlich stets im Auge des Betrachters. Die Schau ist täglich von 15 bis 19 Uhr geöffnet und läuft noch bis zum 11. Juni.

„Kirche und Kunst“-Termine: 31. Mai, 19.30 Uhr, Vortrag; 4. Juni, 10 Uhr, Gottesdienst; 8. Juni, 19.30 Uhr, Vortrag. Weitere Führungen nach Vereinbarung unter Tel. 02352/75741.

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