Wo kommt das Fleisch denn her?

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Dorothea John von der Metzgerei John berichtet, dass meistens Stammkunden in der Metzgerei einkaufen und wissen, woher das Fleisch stammt.

Altena/Nachrodt-Wiblingwerde – Der Tönnies-Fall schlägt hohe Wellen. In den Kreisen Gütersloh und Warendorf gibt es einen erneuten Lockdown, doch die Unsicherheit nach dem jüngsten Corona-Ausbruch  ist teilweise auch in Altena und Nachrodt-Wiblingwerde zu spüren.

 Dabei geht es weniger um den Konsum von Fleisch, sondern die Kunden wollen vermehrt wissen, woher es stammt. „Vor den Ferien ist es etwas ruhiger bei uns. Ob das jetzt mit dem Tönnies-Skandal zu tun hat, weiß ich nicht. Wir haben aber in erster Linie Stammkunden. In der Coronahochzeit im April, hatten wir allerdings sehr viel zu tun“, sagt Dorothea John von der Metzgerei John. Das hat wieder abgenommen, die Nachfrage für die Grillsaison halte sich in Grenzen.

 Meistenteils wird die Metzgerei John von der Metzgerei Geier in Lüdenscheid beliefert, zudem bekommen sie Fleisch von der Firma Nagel. „Der ein oder andere fragt mal nach, wo das Fleisch herkommt, aber durch den Vorfall bei Tönnies ist es jetzt nicht so, dass vermehrt gefragt wird“, erklärt sie. Das liege vermutlich auch daran, dass sie hauptsächlich Stammkunden haben. 

Stammkunden hat Martina Knoche vom Hof Kirchhoff in Werdohl ebenfalls – sowohl auf dem Hof als auch im Ladenlokal in Altena, das sie donnerstags öffnet. Zurückhaltung beim Fleischkauf konnte sie in dieser Woche nicht feststellen. „Sowohl der Kühlschrank als auch die Theke waren im null Komma nichts leer“, sagt sie. Und viele Stammkunden hätten vorbestellt. Was Martina Knoche beobachtet hat, ist auf jeden Fall, dass die Fleischanfrage bei ihr seit Corona deutlich gestiegen ist. Und diese Erfahrung hätten schon mehrere Hofläden gemacht. „Zu den Kunden gehören viele Menschen, die der Risikogruppe angehören. Die gehen lieber in kleine Läden als in große“, sagt sie.

 „Die Kunden wissen bei uns, wo es herkommt“, sagt Martina Knoche. Daher werde auch jetzt nach dem Tönnies-Fall nicht vermehrt nachgefragt. Der Hof Knoche schlachtet nämlich selbst. Dazu wurde ein separates Schlachthaus gebaut. Der Aufwand, woanders schlachten zu lassen, sei viel zu groß für den Hofladen.

"Es wird auf jeden Fall nachgefragt, wo das Fleisch herkommt"

 „Ob wirklich weniger Fleisch gekauft wird, kann ich gar nicht sagen, aber es wird auf jeden Fall nachgefragt, wo das Fleisch herkommt.“, sagt Edeka-Chef Kai Kantimm in Nachrodt-Wiblingwerde. Zu spüren sei auf jeden Fall, dass die Kunden sich mehr Gedanken machen. Ein Rückgang des Fleischkonsums mache sich gerade jetzt in der Grillsaison jedoch nicht bemerkbar. Der Hauptfleischlieferant der Edeka-Filiale ist Rasting. Dieser habe vor dem Skandal zwar auch immer mal wieder von Tönnies zugekauft, wie Kai Kantimm in seinen Unterlagen zurückverfolgen kann, aber auch bei Westfleisch und zwei bis drei weiteren Unternehmen. Und mit dem Skandal habe der Hauptlieferant ziemlich schnell umgeschwenkt, was den Zukauf angeht und kein Fleisch von Tönnies mehr im Sortiment. „Erhitzt ist das Fleisch auch nicht schädlich. Und bis auf Mett wird das meiste schließlich gekocht oder gegrillt“, erklärt Kai Kantimm. Er glaubt, dass sich das Thema noch einige Zeit hinziehen werde.

 „In gewisser Weise fragen die Kunden nach, woher das Fleisch kommt, aber es ist nicht so, dass der Umsatz einbrechen würde. Die Nachfrage ist schon da“, sagt André Enste, Chef des Edeka in Altena. Dass die Kunden Angst hätten, Fleisch zu kaufen, konnte er nicht feststellen. Die Filiale bekommt ihr Fleisch ebenfalls von Rasting. „Aber mit Tönnies haben wir nichts zu tun. Daher bekommen wir unser Fleisch schon seit 2018 nicht mehr."

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