Melodisch und makaber

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Nina Hoger und Reinald Noisten in der Burg Holtzbrinck. ▪

ALTENA ▪ Auf Einladung des Kulturrings war Nina Hoger am Samstag mit ihrem Programm „Paargeschichten“ in der Burg Holtzbrinck zu Gast. Musikalisch begleitet wurde die Schauspielerin von Reinald Noisten, der virtuos auf der Klarinette spielte und hin und wieder auch das Harmonium anstimmte.

Nina Hoger werde eine „lose Blattsammlung“ vergnüglicher, makaberer und melancholischer Geschichten vorstellen, hieß es in der Ankündigung des literarischen Abends; und so war es auch. Die Bandbreite der Autoren, die sich dem Thema „zwischenmenschliche Beziehungen“ aus den verschiedensten Blickwinkeln widmeten, reichte von William Somerset Maugham bis hin zu Heinrich Böll, der in einer Kurzgeschichte das Geständniss eines Kellners verarbeitete. Manchmal blieb dem Publikum dabei das Lachen im Halse stecken. Die Erzählung „Der Traum“ ließ den Zuhörer am Ende mit der Frage zurück, ob nun der „dicke, behäbige und joviale“ Gesprächspartner im Zug möglicherweise seine Frau umgebracht hat. Ist es nur ein morbider Spaß, ein Geständnis oder eine Erfindung gewesen? Ende offen. Immer wieder kreisten die Geschichten um das Thema Liebe und Hass, wobei beides vermutlich sehr nahe beieinander liegt. Die aberwitzige Diskussion um die Konsistenz eines Frühstückseies endete in der Feststellung, dass der Mann an sich primitiv sei und er, also der Ehemann, gleich morgen umgebracht werden müsse. Die Überleitung zwischen den amüsanten und skurrilen Stücken übernahm Reinald Noisten an der Klarinette. Der Musiker folgte dabei keinen vorgefertigten Noten, sondern allein der Inspiration. ▪ jw

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